Was 2008 via Found Footage mit einem Monster in New York begann und in Form eines Kammerspiels eine Fortsetzung erfuhr, wird nun wahrlich zum Paradoxon, denn es geht ins All. Ursprünglich sollte eine Kinoauswertung erfolgen, - dass der Streifen stattdessen bei einem Video-on-Demand-Anbieter landete spricht fast schon Bände.
Auf der Erde werden die Energievorräte knapp und es droht ein Dritter Weltkrieg. Eine Lösung soll in der Raumstation Cloverfield gefunden werden, bei der die internationale Besatzung um Ava (Gugu Mbatha-Raw), Schmidt (Daniel Brühl) und Kiel (David Oyelowo) fieberhaft an einem Teilchenbeschleuniger arbeitet. Als eine Zündung nach rund zwei Jahren endlich geglückt scheint, verschwindet die Erde vom Radar…
Zwar fungierte J. J. Abrams erneut als Produzent, doch einen Zusammenhang zu den Vorgängern sucht man lange Zeit vergeblich. Das Weltraumabenteuer bedient sich derweil fleißig an Vorbildern wie „Event Horizon“, „Life“, und „Alien“, wobei die Prämisse eines Multiversums zunächst noch einen gewissen Reiz versprüht. Etwa, als jemand einen Arm verliert, der kurz darauf ein Eigenleben entwickelt oder eine Frau auftaucht, die sich als vermeintliches Crewmitglied entpuppt, jedoch von niemandem erkannt wird.
Parallel zum Geschehen im Weltraum gibt es zunächst noch eine Nebenhandlung auf der Erde, doch leider trägt diese rein gar nichts zum eigentlichen Thema bei. Ein aufgegabeltes Mädchen oder Anrufe in einem Krankenhaus lenken komplett vom eigentlichen Fokus ab und dienen im Grunde nur dazu, ganz am Ende eine Brücke zum Original zu schlagen, was in dieser Form reichlich ungelenk anmutet.
Dabei konnte sich Regisseur Julius Onah auf einige namhafte Darsteller verlassen, die eine illustre Truppe von Figuren verkörpern, wobei Mbatha-Raw und Chris O'Dowd besonders hervorstechen. Auch das Set-Design kann sich sehen lassen, speziell die Außenaufnahmen sind zum Teil aufwendig gestaltet, während ein sich von selbst bewegender Augapfel für Schmunzler am Rande sorgt und eine geöffnete Bauchdecke, sowie Kabel durch Bein und Arme kurze Gewalteinlagen liefern.
Was in der ersten Hälfte noch einigermaßen interessant anmutet, verkommt in der zweiten zum austauschbaren Treiben ohne Höhepunkt. Vieles wirkt beliebig, es sind kaum originelle Einfälle auszumachen und im letzten Drittel schleichen sich gar kleine Durchhänger ein.
Spannende Momente halten sich in Grenzen und trotz ansprechender Ausstattung und in sich stimmigen Look wird der Streifen als solcher in Erinnerung bleiben, der irgendwie wohl auch zum Universum „Cloverfield“ zählt.
Knapp
5 von 10