Review

Eine kleine Expedition kommt zum Eingeborenenstamm der Pangajans, wo sie sich neben Stammesritualen so allerlei Sitten fasziniert und angeekelt ansehen. Diese sind von Elektroklängen plus Ethnogetrommel (ursprünglich Kraftwerk: "Wir sind die Roboter") untermalt, was wohl zum sonderbarsten dieser indonesischen Produktion gehört. Voodoozauber trifft auf Kindergeburtstag, den schnauzbärtigen Chef des Wildenhaufens freut es sichtlich. Die Expedition will allerdings weiter in den Dschungel zu den Steinzeitmenschen, dort wo es so richtig gefährlich ist. Wie es solche Abenteurer gerne mögen, ist der Weg dahin beschwerlich, Stromschnellen und einige wilde Tiere kreuzen also ihren Weg. Diese vertilgen sich, typisch für dieses Subgenre des Exploitationfilms, zunächst gegenseitig. Frei wie in anderen Kannibalenfilmen vorher, kommen die Eindringlinge auf die Spur einer früheren, verschollenen Expedition. Den grottigen Schauspielern nimmt man ihre Mission (die haben sie tatsächlich) nicht für 5 Cent ab, allein schon Rika mit Schleife im Haar ist geradezu peinlich. Die Handlung zieht sich mit billigen Actionszenen und einigen Füllern wie ein Kaugummi in die Länge, daran ändern auch immer wieder eingestreute Goreszenen nichts, denn die sind aufgrund ihrer schäbigen Umsetzung nicht der Rede wert. Die Kamera ist ebenso simpel, in Ausnahmen verlässt man sich da einfach auf Fischaugenoptik als pseudodramatisches Element. Ernsthaft schockieren kann das heutzutage wohl niemanden, und dieser Film hat aufgrund des indonesischen Anstrichs der Produktion unverdient für Exploitationtrashfans einen gewissen Reiz des Exotischen. Schade ist, dass im Gegensatz zu anderen Filmen wie "Mystics In Bali " nicht viel übrig bleibt von dem asiatischen Kuriosum, denn das Team um Sisworo Gautama Putra versucht mit aller Gewalt, die italienischen Vorbilder zu imitieren, was leider nicht gelingt. Alle Beteiligten vor der Kamera hampeln unbedarft in der Gegend herum, auch die Kannibalen mit den üblichen Wischmobperücken und die Kannibalinnen als Flintstone-Bikini-Schönheiten. Das Schlimmste an diesem Machwerk ist das sinnlose Tierabgemurkse, welches hier in ähnlich ekelhafter Weise ausgebreitet wird, wie in Deodatos "Nackt Und Zerfleischt". Der Würgekampf mit einer gummiartigen Schlange, schön und gut, doch eine echte Schlange danach zu töten oder als endgültigen Downer einen Alligator lebendig zu entweiden ist so ziemlich das Widerlichste, was das Kannibalengenre hergibt. Dafür gibt es einen dicken Punkt Abzug! Tatsächlichen Kannibalismus hingegen hat man sich verkniffen, da gibt es nur ab und zu an Menschen lecken (am blutigen Neugeborenen oder an eitrigen Wunden), auch sehr lecker. Was fehlt ist Spannung, denn die Protagonisten sind einem schnell zu 100% egal und das ständige "Uhuhuhu" und "Höhöhöhö" (das soll wohl der Todessschrei sein) des gesprächigen Vorzeitstammes nervt auf Dauer doch ganz schön. Von Kultfilm also keine Spur, eher ein Todesstoß für den Kannibalenfilm und zwar auf die langweilige Tour, auch, wenn die selten blöde Idee einer Steinzeitaxt als Bumerang für unfreiwillige Unterhaltung sorgt.

Fazit: Sinnloser Etikettenschwindel ohne Kannibalismus, dafür mit umso mehr ärgerlichen Tiersnuffszenen. Belangloser Mist. (3-1=) 2/10 Punkten

Details
Ähnliche Filme