Review

Inhalt:
Eine Gruppe von Studenten begibt sich in ein Dschungelgebiet, um für ihre Forschungsarbeit über die dort lebenden Eingeborenen zu berichten. Doch die Rituale im Dorf der Pangajans werden ihnen schnell langweilig, da man von diesen bereits in vielen Büchern gelesen hat. Also wird die Reise fortgesetzt, um einen berüchtigten Stamm zu finden, der wie damals die Steinzeitmenschen lebt. Die Reise nimmt ein jähes Ende, als das als Fortbewegungsmittel dienende Floß seinen Geist aufgibt. Durch die Strömung wird die Gruppe gespalten und einer nach dem anderen segnet das Zeitliche. Während sich Tommy, ein spaßiger Geselle mit Harren und einer lustigen Brille im Dschungel herumtreibt, werden Auri (Mann) und Rika (Frau) von den gesuchten Eingeborenen gefangen genommen, in deren Höhle geschleppt und dürfen Zeugen der Sitten und Gebräuche der Fleischfresser werden.


Kritik:
Bei diesem Film handelt es sich um den indonesischen(!) Versuch, den großen Bruder aus Italien zu kopieren. Dass für diesen Film der gelungene Ruggero Deodatos "Mondo Cannibale 2 - Der Vogelmensch" Pate gestanden hat, ist nicht zu übersehen.

Nach den mauen ersten 30 Minuten werden die wichtigsten Szenen aus dem Vorbild noch mal Revue passieren gelassen, nur dass diesmal nicht ein einzelner Mann (Ivan Rassimov) von den Kannibalen gefangen wird, sondern ein Mann und eine Frau. Auch hier hausen die Kannibalen in einer großen Höhle; auch hier werden die Gefangenen zur Begrüßung an Steine gebunden und entkleidet, nur dass in der indonesischen Version die Gäste ihre Unterwäsche anbehalten dürfen; auch hier pullern die Kinder auf die in einem Käfig gefangenen äh Gefangenen herab; auch hier wird versucht, mittels Argumentation Wasser zu bekommen.
Aus "Die weiße Göttin der Kannibalen" wurde die Sequenz "entliehen", in der einem Eingeborenen der Pipimann abgeschni(e)ppelt wird, nachdem er die Gefangene befingerte hat.
Nur sind all diese abgekupferten Szenen magenschonender als die in den italienischen Streifen.

Dafür hat man bei den Tieropferungspassagen kein Blatt vor den Mund genommen und lässt Krokodile und Schlangen schlachten und verspeisen (ein Mann isst eine Eidechse bei lebendigem Leibe [und das war kein Trick, da bin ich mir sicher]) oder zeigt Tierkämpfe aus der Natur wie Schlange gegen Waran oder Krokodil gegen Leopard.

Lustige Momente sind ebenso vertreten, wozu zum einen der bereits erwähnte Tommy beiträgt, der mit seiner Frisur, seiner Brille (die er selbst nach seinem Sturz ins Wasser, wobei er sich den Kopf an einem Stein stößt, nicht verliert!) und seinem gesamten Auftreten die Lacher auf seiner Seite hat und zum anderen die (unfreiwillig) komischen Dialoge gehören.

Hervorzuheben sind auch der Kampf eines Eingeborenen gegen eine (Plastik-)Schlange, der stark an Lieutenant Körschgens Kampf mit dem Reptil in "00 Schneider - Jagd auf Nihil Baxter" erinnert.

In einer anderen Szene wirft ein Eingeborener sein Beil (ein Stück Holz mit angebundenem Stein) auf einen Protagonisten, doch das Wurfgeschoss kommt in Bumerangmanier zurückgeflogen und legt ihn selber nieder.

Dieser Film schreibt das Genre sicher nicht neu, kann aber stellenweise wirklich unterhalten.

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