Ein finsterer Doktor entführt einen Professor, mit dessen Wissen er eine Superwaffe zum Zwecke der Weltherrschaft basteln möchte, doch aus dem All kommt Hilfe in Form des Supersonic Man herbei, der das Unheil von der Erde abwenden soll.
Natürlich zeigte sich Europa nicht unbeeindruckt von einem erfolgreichen Film wie "Superman" und so ließen es sich die Spanier nicht nehmen und produzierten ihren eigenen Superman, der unter der Regie vom späteren "Slugs" und "Pieces" Regisseurs Juan Piquer Simon entstand. Ob das Ganze nicht doch eher eine Parodie auf den fliegenden Helden vom Planeten Krypton ist oder tatsächlich für Ernst genommen werden möchte, weiß ich nicht genau, aber nichtsdestotrotz macht der Film stellenweise richtig Spaß.
Der Supersonic Man lässt nicht lange auf sich warten und wird gleich zu Beginn des Streifens von einer höheren Macht auf die Erde geschickt, wo er sich getarnt als Mensch unters Volk mischt, sich mit der Tochter des Professors anfreundet ohne jedoch seine wahre Identität zu enttarnen, sie vor den fiesen Handlangern des Docs beschützt und verhindern soll, dass dieser die Welt unterjocht. Hierbei kann er seine vielfältigen Kräfte zum Einsatz bringen. Er kann nämlich nicht nur begleitet von swingender Musik durch die Lüfte fliegen, sondern hat zum Beispiel auch eine hohe Körperstärke (so darf er eine ACME-Dampfwalze hochheben, so dass seine neue Flamme, die sich eine Autoverfolgungsjagd mit den Bösewichten liefert, nicht dagegen fährt), kann mit einer Handbewegung Gegenstände wie Lastwagen oder Kameras verschwinden lassen und giftige Gase wegpusten.
Für Abwechslung ist hier jedenfalls gesorgt und zudem gibt es immer wieder eingebaute Albernheiten, die entweder nerven oder unterhalten, wobei ich zu letzterem tendiere. So gibt es einen staksigen und sehr witzig anzusehenden Roboter, der mit seinem Flammenwerfer versucht dem Helden einzuheizen, einen alkoholisierten Mann, der als running gag fungiert und zum Beispiel lallend eine Spende für die Rettung der Trinker fordert oder vom oben genannten Robo Feuer verlangt und flugs kohlrabenschwarz dasteht, Autos, die bei der sanftesten Runterfahrt eines Hügel explodieren, stotternde Entführungswagenfahrer, klamaukige Schlägereien und soweiter und sofort.
Umgesetzt ist das Spektakel äußerst günstig, aber ich finde, dass diese billige Machart dem Film gut zu Gesicht steht und als Parodie auf Superman und Konsorten bestens funktioniert, wobei ich wie gesagt nicht sicher bin, ob das von den Machern so beabsichtigt war. So gibt es zum Beispiel Flugeinlagen, die mittels Mann-vor-Projektion abgefilmt wurden, Farblinien, die Laserstrahlen darstellen sollen und Billigbauten, die das Hauptquartier des Doktors bilden.
Bei den Leistungen der Darsteller bewegt man sich im talentfreien Bereich. Der Schauspieler, der den Supersonic Man in Menschengestalt gibt, glänzt eher durch seinen magnumesken Oberlippenbart als sein Mienenspiel und wenn er sich optisch zum Supersonic Man wandelt, scheint mir eine andere Person unter dem supermanähnlichen Trikot und der batmanähnlichen Gesichtsmaske zu stecken, denn die Muskeln und die Beweglichkeit unterscheiden sich doch sehr von denen des Schnauzbartträgers. Die Rolle des doktorischen Oberbösewichtes hat Cameron Mitchell übernommen, der die meiste Zeit lustlos durch die Gegend guckt und die üblichen Bösewichtklischeesätze von sich geben muss, aber immerhin darf er nicht nur des Öfteren schallend lachen (Dr. Evil lässt grüßen), sondern hierbei noch unterstützend in die Hände klatschen.
Insgesamt ist "Supersonic Man" eine durchaus unterhaltsame Superheldenparodie mit einigen witzigen Ideen und spaßigen Einlagen, aber auch ein paar Längen, die ein durchgängiges Filmvergnügen etwas verhindern.