Supersonic Man ----------------------------------------------------------Ein kompliziert konstruiert ausschauendes Raumschiff, durchstreift irgendeine ferne Galaxis. In dessen Innern liegt Sonic Man in einer Art regenerativen Tiefschlaf. Eine ovale blaustichige Filmprojektion spricht zu Sonic Man er solle ins Leben zurückkehren (ich nehme mal nicht an, dass unser Held einfach nur das Wochenende durchsumpft hat). Die Wandprojektion: „Super Sonic Man! Du bist für eine gefährliche Mission auserwählt! Du wirst mit deinem Raumschiff den Planeten Erde besuchen!“ Auffallend ist, das Sonic Man für das An- und Umziehen sehr wenig Zeit benötigt, eigentlich gar keine Zeit und dass er selbständig, ohne ein Raumschiff zur Erde fliegt. Dafür von schöner 70er Disco-Musik untermalt. Man muss sich natürlich Fragen, wenn schon der Besuch der Erde eine gefährliche Mission darstellt, was bedeutete das dann für uns? ----------------------------------------------------------Regisseur Juan Piquer Simón hat für die Disco-Generation mit SONIC MAN ein kleines Meisterwerk erschaffen. Wabernde Nebel, grüne Laserstrahlen, Pyroeffekte, Lichtblitze, Feuerspeiende Blecheimer, Stumme übereifrige Superhelden in knappen Glitzerhosen, blödsinnig philosophierende Bösewichte in unattraktiven Phantasieuniformen und völlig überforderte Darsteller, Piquer Simóns Erde ist eine Erlebniswelt. SONIC MAN ist ein richtiger schön infantiler Kinderspaß, der wundervoll naive bis debile Effekte vorführt und jeden auch nur im Ansatz dramatischen Moment elegant zu umschippern weiß. Das Ergebnis ist existentielle Kleinkunst im Taschenformat die Sinn macht. Erwähnenswert ist mir die Altersfreigabe in Finnland, ab 16 Jahren. Somit wird der normal sterbliche Finne HARRY POTTER wahrscheinlich erst ab 34 sehen dürfen. Egal. Mal abgesehen davon, dass das europäische Kino 1980 im allgemeinen längst aufgehört hatte, solch bemerkenswerte Eskapaden wie diese hier zu produzieren, vollführt der Spanier Piquer Simón mit SONICMAN den famosen minimalistischen Antientwurf zu amerikanischen Allmachtsproduktionen à la SPIDER-MAN. In stupider Wiederkehr, lässt der Film beim Zuschauer (gelegentlich) charmant, durch einen ständig das gleiche wiederholenden Cameron Mitchell als Dr. Gulik (!), gepflegtes Unverständnis entstehen. Hier kann man sich aber perfekt an den Heizungskeller-Sets sowie den wunderbaren Komparsen abreagieren. Antonio Cantafora, mir durch seine VIER FÄUSTE- Filme ans Herz gewachsener B-Filmrecke, langweilt sich mehr oder weniger von Szene zu Szene und hat dann auch die Sonic Man- Kostüm Passagen an einen spanischen Bodybuilder abgegeben. Richtig gutes Kino, das man mehrmals sehen sollte, um wirklich alles zu verstehen.