Review

Eine Serie über die Abenteuer einer Eliteeinheit. Gabs schon mal von 2009-2012, hiess "The Unit", war sehenswert aber nicht der ganz große Erfolg. Nun also ein erneuter Anlauf, diesmal aber nicht basierend auf einem Sachbuch und auch nicht Delta Force, dafür "SEAL Team". Hauptdarsteller wurde David Boreanaz, der nach dem Ende von "Bones" arbeitslos wurde, aber schon dort in Sachen Action Aufmerksamkeit erregte. Zum Cast stiessen ansonsten unbekannte Darsteller, ausser vielleicht noch A.J. Buckley aus dem Cast von CSI N.Y. .

Wie erwartet ist dies eine Serie über Männer und für Männer. In den ersten Staffeln sind stets böse Araber oder Taliban der Feind, es wird viel geballert und noch mehr gestorben. Das alles mit einem gigantischen Aufwand und sehr viel Kriegsmaschinerie. Alles wirkt in jeder Sekunde absolut glaubhaft und ist megaspannend. Im Fokus der Serie stehen mehrere Mitglieder des Teams: Da ist der charismatische Anführer Jason (Boreanaz), der schon so einiges erlebt hat und diesen wilden Haufen immer im Griff hat. Sein Stellvertreter Ray ist sowas wie sein Ruhepol und das Bindeglied zum Rest des Teams, sowas wie ein Klassensprecher. Sonny, der texanische Froschmann mit Abneigung gegen Wasser, ist der lautstarke Türeintreter mit großer Vorliebe für Alkohol. Lisa ist die Koordinatorin im Hintergrund und schliesslich Clay, der als Neuling zum Team stösst. Im roten Faden der Handlung nehmen diese Personen den größten Raum ein und wir werden alle Zeugen, welche Auswirkungen der blutige Arbeitsalltag auf das Privatleben besitzt. Im späteren Verlauf der Serie nimmt das auch einen immer größer werdenden Akzent ein, wenn es um die Bewältigung von PTBS oder körperlicher Spätfolgen der Arbeit geht. Auch um Belange von Veteranen wird sich gekümmert. Aus dem Hurra-Patriotismus zu Beginn der Serie wird immer mehr eine ernsthafte Beschäftigung mit dem Soldaten-Dasein.

Aber keine Angst, das ist in erster Linie immer noch eine Actionserie, und davon gibt es mehr als genug. Und auch wenn mir die immergleichen Männer-Rituale mit viel Bier und dummen Sprüchen auf die Nerven gegangen sind, so sind mir doch die Figuren in dieser Serie sehr ans Herz gewachsen, so dass ich heute mit dem Abschluss der letzten Folge doch fast ein paar Tränen vergossen habe. Denn das macht die Serie wirklich gut: die Menschen hinter den Soldaten zu zeigen, ihre inneren Dämonen und auch ihre stillen Momente jenseits aller Platitüden.

Jetzt nach 7 Staffeln SEAL Team kann ich guten gewissens sagen: Das ist eine sehr gute Serie mit enormer Action, aber auch mit Gefühl und ein wenig Anspruch.

Details
Ähnliche Filme