Dieser Film fand den Weg zu mir auf einer Polygram-Betamax-Kassette ohne Cover aus einem Konvolut, welches ich auf ebay erstanden habe. Mit diesem Zufallsprinzip stößt man manchmal auf interessante Filme. Und auch "Tagebuch einer Anhalterin", so der Video-Titel, schien anfangs eine Entdeckung zu sein.
Schon im Vorspann verbreitet sich wohlige 70er-Jahre Exploitation-Atmosphäre, wenn ein mit stimmungsvoller Musik unterlegter Text ankündigt, dass Tramperinnen an jeder Ecke sterben wie die Fliegen. Dazu Musclecars, Skateboard-Tricks, Hot Pants und der verträumte Strand eines kalifornischen Küstenörtchens. Zu dem die schnuckelige Hauptdarstellerin immer trampen muß, weil sie dort einen Job in der Burgerbude ergattert. Aber die Killer cruisen den Pacific Highway rauf und runter und halten Ausschau nach leichter Beute. Es kommt wie es kommen muß - die Freundinnen der Teenager-Clique werden nach und nach Opfer dieser motorisierten Lustmolche. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis schließlich auch Blondie ins falsche Auto steigt...
Hier merkt man ziemlich schnell, dass es sich um einen TV-Film handelt; die Übergriffe finden meist im Off statt. Jede Aktenzeichen XY-Folge aus den 70ern ist expliziter. Dabei tut der Film schon allein durch seine reißerische Thematik so, als wäre er Exploitation, was zu einer etwas unausgegorenen Mischung führt. Ein bißchen so wie ein Drive-In-Klassiker, wo alle harten Szenen herausgeschnitten wurden. Immerhin sieht der Film gut aus, die Production Values sind relativ hoch und auch die par Action-Szenen sind okay inszeniert.
Was dann aber wirklich nervt ist das letzte Drittel, wo der Film komplett die Richtung ändert und sich in einer öden Love-Story verliert, die am Ende zu gar nichts führt. Das führt natürlich zu Abzug in der Haltungsnote.