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Irgendwie scheinen die Leute von Eurociné doch die ein oder andere Mark an Werken wie die OASE DER GEFANGENEN FRAUEN verdient zu haben. Ich kann mir sonst nicht vorstellen, warum diese Art Filme in den 70ern und 80ern en masse produziert wurden. Zugegeben, Exploitationfilme sind eine besondere Form der Unterhaltung - die damals wie heute - eher ein kleines, spezialisiertes Nischenpublikum ansprechen.

Eine detailgetreue Wiedergabe der Geschichte möchte ich mir an dieser Stelle sparen, da die Nacherzählung der Handlung eines Films wie die OASE DER GEFANGENEN FRAUEN meines Erachtens eine völlig sinnfreie Beschäftigung darstellt. Es reicht vollkommen, wenn man betont, dass es in dem Streifen um skrupellose Mädchenhändler geht, die junge Europäerinnen entführen, um sie irgendwo in einem Bordell auf dem afrikanischen Kontinent zur Prostitution zu zwingen. Ich habe ganz bewusst die geografische Position dieses Lust-Etablissements etwas weit gefasst, da die Protagonisten oftmals kontradiktorische Aussagen formulieren; mal befindet sich das Bordell in Marokko mal in Südafrika.

Innere Widersprüchlichkeiten dieser Art resultieren aus der Tatsache, dass die OASE DER GEFANGENEN FRAUEN ein dilettantisch zusammengeschustertes Flickwerk bildet, das mithilfe von Szenen aus anderen Filmen komplettiert worden ist. Dies kann mitunter äußerst amüsante Momente bewirken: Wenn beispielsweise eine Frau auf einen Hubschrauber feuert - der eindeutig aus einem anderen Film entspringt - fällt es schwer sich das hämische Grinsen zu verkneifen. Bemerkenswert ist auch die Gegebenheit, dass der Film die OASE DER GEFANGENEN FRAUEN augenscheinlich keinen Helden hat, sondern Protagonisten im zwanzig Minuten Takt ausgewechselt werden!

Kommen wir nun zum Sex&Sleaze Gehalt. Die weiblichen Darstellerinnen - die in zahlreichen Nacktszenen sämtliche Hüllen fallen lassen - sind allesamt echte Hingucker. An keiner Stelle überschreitet der Streifen jedoch die Grenze zur Pornographie. Eigentlich bin ich diesem Film dafür dankbar, denn die recht zahlreichen Vergewaltigungen - mit Beteiligung von ungemein hässlichen Männern - hätten in einer drastischeren Form mein sensibles Gemüt  doch ein wenig erschüttert. Generell trieft die OASE DER GEFANGENEN FRAUEN vor gnadenloser Misogynie, da die anfangs unwilligen Frauen im Laufe der Zeit Spaß an der sexuellen Beherrschung entwickeln. Eine großzügige Aufgabe, eine 75 minütige Ausblendung von political correctness stellt somit ein unverzichtbares Element für die Sichtung dieses Films dar.

Wer schon seine Erfahrungen mit wahllos zusammengeklebten Filmen gesammelt hat und dem daraus resultierenden, inhärenten, unfreiwilligen Humor nicht abgeneigt ist, kann durchaus mal ein Blick riskieren. Denn die OASE DER GEFANGENEN FRAUEN überzeugt trotz stümperhafter Realisierung durch einen recht guten Unterhaltungswert. Die deutsche Synchronfassung - die anscheinend wiederum von unprofessionellen Laien angefertigt worden ist - gibt diesem Produkt des schlechten Geschmacks noch den finalen Schliff.

Wer die OASE DER GEFANGENEN FRAUEN dann doch noch "zu gut" findet und sich eine noch idiotischere Kombination mehrerer Filme wünscht, kann sich ja mal auf die Suche nach DAS FRAUENLAGER DER NINJA machen...

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