Bereits im Vorfeld der Produktion gab es einige Querelen, denn ursprünglich sollte Dennis Iliadis („Last House on the Left“) Regie führen und auch das anberaumte Kino-Release wurde gekippt. So ergab sich die Chance für Regieneuling Quinn Lasher, der aus dem simplen Mix aus Terror, Home Invasion und Slasher noch relativ viel herausholt.
Mom Laura (Yvonne Strahovski) fährt mit den Töchtern Maddie und Kayla (Abigail und Anna Pniowsky) zum Ferienhaus am See, während Dad folgen soll. Doch bereits am ersten Abend mehren sich besorgniserregende Vorkommnisse, als Maddie übel wird und Fieber bekommt, während offenbar ein Fremder ums Haus streunt…
Prinzipiell kann man dem Regieneuling nichts vorwerfen, denn rein handwerklich ist das Niveau mehr als passabel, die Kamera arbeitet effektiv, die Lokalitäten fallen mindestens zweckdienlich aus und auch das Timing stimmt meistens. Allerdings fällt dem Drehbuch nicht viel mehr ein als die üblichen Mechanismen des Genrefilms, zumal die überschaubare Figurenkonstellation (Ein Eindringling, drei potentielle Opfer) nicht unbedingt für Überraschungen sorgt. Wenn da eine Randfigur inmitten des Belagerungszustandes aufkreuzt, stellen die darauf folgenden Szenen beileibe keine Innovation dar.
Dennoch wird zwischenzeitlich ordentlich an der Spannungsschraube gedreht. Die Maskierung des Killers ist durchaus creepy, sein Umgang mit merkwürdigen Holzpuppen in Lebensgröße schafft ein paar unheimliche Momente und auch ein Kinderbuch über eine Maus, eine Krähe und das nicht gerade kindgerecht thematisierte Thema Dunkelheit lassen aufhorchen. Obgleich der eigentlich schweigsame Maskierte in einem Moment ein paar Sätze der Erklärungen von sich gibt, werden grundlegende Aspekte wie Motivation und Hintergrundgeschichte nicht näher thematisiert.
Ansonsten wird nach einer knappen halben Stunde wohl dosierter Terror geliefert, der stark aufs Auditive setzt, welcher von einem gut abgestimmten Score unterstützt wird. Neben ominösen Geräuschen vom Dach gibt es kurze Botschaften und ein hohes Kichern, allerdings kaum etwas, dass das Genre nicht bereits in recht ähnlicher Form abgeliefert hätte. Zudem setzt das letzte Drittel deutlicher auf die Abläufe eines handelsüblichen Slashers, was zwar temporeich, jedoch erahnbar abläuft.
In Sachen Gewaltdarstellung hält sich der Stoff weitgehend zurück, es gibt ein paar Axthiebe und eine Leiche ohne Augen, was komplett ohne CGI auskommt, jedoch keinen nennenswerten Stoff für Splatterfans bietet. Darstellerisch trägt Strahovski die Chose recht routiniert, ihre jungen Mitstreiterinnen performen ebenfalls akzeptabel, - für die eine oder andere törichte Verhaltensweise, die durch die leicht nervige Synchro noch verstärkt wird können sie ja nichts.
Freunde des Genres werden unterm Strich passabel unterhalten. Es gibt einige atmosphärisch starke Momente, allerdings auch zahlreiche vorhersehbare Abläufe und insgesamt wenig kreative Einfälle. Dennoch sitzt der Terror, während das weitgehend versierte Handwerk einige Schwächen der Story zu kaschieren vermag. Beileibe kein Meilenstein, aber für ein Regiedebüt durchaus in Ordnung.
6 von 10