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STAFFEL 2

Verschärfte Auflagen machen das Geschäft der fusionierten "Deutschen Global Invest" extrem mühsam. Der ersehnte Aufstieg in den Vorstand rückt für die neue Investmentchefin Christelle Leblanc in weite Ferne. Auch für Jana Liekam läuft es nicht nach Plan. Doch längst hat sie sich mit ihrem Team in Stellung gebracht, um in ein neues Projekt zu investieren. Nachhaltigkeit als Profitbringende Maßnahme ist angesagt, denn daraus kann man ein gutes Geschäft machen, was jedoch nicht jedermann gefällt. Während die alte Bankenwelt nur noch mit halber Kraft fährt, erlebt die junge Finanzbranche in kleinen beweglichen Start-ups und Fintechs einen fundamentalen Wandel. Und auch Gabriel Fenger mischt wieder mit, denn er wird aus dem Gefängnis entlassen und ist nicht wirklich gut auf Liekam zu sprechen.


Sollte irgend jemand die obige Zusammenfassung nicht verstehen, liegt es wohl daran, dass er die erste Staffel nicht gesehen hat und das ist in diesem Fall unerlässlich, denn sonst kapiert man hier gar nichts. Selbst ich musste mir zumindest nochmal die letzten beiden Folgen des Vorgängers anschauen, denn ich kannte zwar noch die Gesichter, wusste aber nicht mehr wofür sie standen und wie ihre Figuren angelegt waren. Das rate ich jedem, der BAD BANKS vor längerer Zeit gesehen hat, denn sonst kommt man einfach nicht mit.


Die Besetzung ist gleich geblieben – glücklicherweise, denn schon im ersten Teil war das, neben der innovativen Idee der Serie, das große Plus. Paula Beer darf in dieser Staffel deutlich mehr Emotionen zeigen und man erkennt, dass sie eben noch nicht ganz so abgezockt ist, wie die oberen der Etage, die nur an sich denken und denen andere völlig egal sind. Barry Atsma als Gegenspieler ist wieder sehr charmant, mit seiner sprachlichen Mischung aus deutsch, englisch und holländisch.


Schauspielerisch aber überzeugt hier die Person, von der man es am wenigsten erwartet, da sie eigentlich nicht als solche bekannt wurde. Desiree Nosbusch spielt hier wirklich alle an die Wand. Man hat die in der Realität recht jugendlich aussehende Mittfünfzigerin hier zu einer Art Christin Lagarde hergerichtet und ihr sensationell gute Dialoge geschrieben. Dazu kommt eine tolle Mimik und Gestik.


Der große Vorteil der Serie ist, dass sie so konzipiert ist, dass auch Menschen die nicht im Bankgeschäft unterwegs sind, dem Geschehen folgen können, denn welcher normale Bürger kennt sich schon mit solche komplizierten Dingen aus?


In Sachen Qualität ist hier keinerlei Abfall zu erkennen – im Gegenteil, da die Geschichte recht schnell in Gang kommt, weil man auch die einzelnen Personen nicht mehr groß vorstellen muss, würde ich Staffel 2 sogar noch einen Tick besser bewerten, als den Vorgänger.


Das Ende ist zwar relativ unspektakulär (es gibt keinen riesig großen Cliffhanger), deutet aber darauf hin, dass es noch eine dritte Staffel geben wird, was wünschenswert wäre, wenn man es schafft, das gleiche Niveau zu halten


Fazit: Zusammen mit BEAT und CLUB DER ROTEN BÄNDER die beste Serie, die ich aus deutschen Landen bislang gesehen haben. Leider gab man den beiden o.g. nur 3 bzw. gerade mal eine Staffel. Bei BAD BANKS dürfen es ruhig noch einige mehr werden, unter der Prämisse, dass man die hervorragende Qualität beibehält.

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