Review

Alle paar Jahre erbricht Hollywood mal wieder eine High School- oder Collegekomödie, die es schafft, breitere Publikumskreise anzusprechen. Entweder ist sie origineller oder geschmackloser als die sonstigen, die nur bei Teenagern funktionieren oder sie ist einfach besser besetzt.

Im Fall von „Old School“, der in den USA beachtliche Einspielergebnisse erfuhr, bin ich geneigt, auf Letzteres zu tippen. Todd Philipps, dem man spätestens nach „Road Trip“ den Armutsstempel Komödienspezialist umgehängt hat, bietet dann auch eine hübsch episodische Leistung (er war auch für das Drehbuch verantwortlich, also ist die Einschätzung berechtigt), eine lockere Szenenabfolge rund um die drei Hauptcharaktere und ihr Problem, nämlich das Nicht-erwachsen-werden-Wollen. Entweder sie richten also Chaos an oder benehmen sich daneben, nerven den Dekan oder sind mit halbnackten Mädels im Bild.
Natürlich ist dabei einer gewillt, die Normalität wieder herzustellen, kann aber der Versuchung nicht wiederstehen (Luke Wilson). Einer geht verschlagen seinen Weg und profitiert aus der Situation (Vince Vaughn) und einer folgt den Spuren John Belushis als durchgeknalltes Monster jenseits von allzu viel Verstand (Will Ferrell). Und bei den Nebenfiguren ihres Haufens sind doch glatt ein bebrillter Nerd, ein alter Mann und ein überfetter Schwarzer dabei. Alles wie gehabt, möchte man also meinen.

Die drei gründen also nun Jahre nach ihrem Abschluß (oder eben nicht Abschluß) eine Studentenverbindung anhand von Rechtslücken und haben ihren Spaß, während ihnen der Dekan den Ast absägen will.
Man kann also ganz gut erahnen, dass man sich diesen Film zur Pizza einpfeifen kann, um nebenbei noch ein wenig zu plaudern, wenn Will Ferrell gerade mal nicht loslegt.
Ihm gehören hier definitiv die besten Szenen und sie zementierten ihm recht ordentlich den Weg auf den Comedyolymp Hollywoods, auf dem er jetzt noch thront. Immer schön jenseits jeglicher Realität, gesegnet mit dem Gemüt eines spielenden Kleinkindes wird er immer wieder von der Kette gelassen und wer diese Mischung aus physischer Komik, Debilität und Knuddelfaktor mag, wird seinen Spaß haben.

„Old School“ ist somit wirklich erzählerisch ganz alte Schule, aber immerhin wirklich recht lustig, vermeidet er doch die allzu tiefen Grossoutschlaglöcher mittels einer gehörigen Prise Charme und einigen wirklich cleveren Einfällen.
Das ganz große Anarchiechaos bricht aber trotzdem nicht aus, dafür ist das Ende nicht pfiffig genug, aber als Spungbrett für aufstrebende Comedydarsteller eine ordentliche Unterhaltung. (6,5/10)

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