Review

Avantgardelastiger Pseudo-Horror im experimentellen Amateurstil gehalten, "Begotten" oder "Pig" als einstündiges Gothicepos, dass sich zu "Das Schema K" oder "American Guinea Pig: Bloodshock" gesellt. Parallelen zu "August Underground" oder "Scrapbook" sucht man vergeblich.


Grundsätzlich nicht schlecht gemacht, auch wenn die gruftilastige B/W-Optik mittels neuerer digitaler Effekte sichtlich aufgearbeitet wurde. Der Tschernobyl-Look weiß zu gefallen, die "Tetsuo"-ähnliche Aufmachung verfehlt ihre Wirkung nicht, ohne jedoch die Intensität eines Tscherkassky zu erreichen. Für einen Underground-Film noch echt innovativ ...


Da wo "Eraserhead" seinerzeit atmosphärisch, wie expressionistisch neue Maßstäbe setzte, finden wir hier ein zweifelsohne interessantes Filmexperiment, sehr düster, mit schöner Dark Ambient-Musik unterlegt, subtil pathologisch, das jedoch vergeblich versucht sich mit den Größen des Genres zu messen. So grotesk das Ganze auch erscheinen mag, so wirr gestaltet sich letztendlich der Kern. Zeitweilige Anspielungen auf den großen Bruder "Begotten" oder Lynch's "Rabbids" runden das Ganze ab bzw. sprechen für sich ....


So wie der Internet-Hype um den schwedischen "Ambiancé" als Falsifikat allmählich abschwallte, während ein 72-minütiger Trailer den Film noch als künstlerisch ausdrucksstarkes Stück Zelluloid der Superlative zelebrierte, entpuppt sich schnell als Mogelpackung, eine "24 Stunden Psycho"-Videoprojektion, als Plagiat für Fortgeschrittene. Kunst oder eben Antikunst. Das liegt jeweils im Auge des Betrachters...


"Flesh of the Void" reiht sich damit auch in die Chronik neuerer, experimenteller, auch nicht groß budgetierter Schocker wie "Headless", "Hotel Inferno" oder "American Guinea Pig" ein.

Dann wäre da noch "Singepore Sling", der bestimmt nicht so schnell in Vergessenheit gerät ...


Alles schön und gut, aber im unmittelbaren Vergleich fällt "Flesh of the Void" dann doch etwas diffus und grotesk aus, auch aufgrund inhaltlicher Differenzen, und bleibt trotz guter Ansätze ohne nachhaltige Wirkung. In der Chronik verstörender, experimenteller Avantgarde-Horror wie "Subsconsious Cruelty" wirkt "Flesh of the Void" wie ein Tropfen auf dem heißen Stein ...


Alles in allem kein Meilenstein. Wer im Amateur- oder Independent-Bereich jedoch auf der Suche nach ausgefallener experimenteller oder gorelastiger Kunst ist hiermit bestens bedient. Mal was anderes ...

Bzw. Für einen derartigen Streifen hübsch anzuschauen.

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