Er wartet in der Wüste Südafrikas auf seine Opfer: der „Dust Devil“ (Robert Burke). Ein böser Geist, welcher sich in wechselnden Personen manifestiert und bevorzugt suizidgefährdeten Menschen „hilft“, zu sterben. Doch als ihm die frustrierte Ehefrau Wendy (Chelsea Field) über den Weg läuft, soll der Versuch, sie zu töten zu einem schwierigen Unterfangen mit dramatischen Folgen werden…
Die gegenwärtige menschliche Erscheinungsform des „Dust Devil“ heißt mit Rollennamen Hitch – Eingeweihte dürften hier tatsächlich Parallelen mit „Hitcher, der Highwaykiller“ erkennen. Auch der „Dust Devil“ trampt mordend durchs Land mit dem Unterschied, dass seine blutigen Morde spiritistisch motiviert sind. Doch an die Stelle, wo „Hitcher, der Highwaykiller“ von seiner suggestiven Spannung lebte, treten bei „Dust Devil“ goldbraune, pittoreske Aufnahmen von der scheinbar endlosen Einöde der Wüste. Dabei entfaltet sich eine zunächst etwas befremdliche, aber stimmige Atmosphäre zwischen staubigen Western-Ambiente und mythologischem Bombast. Dies wird durch die schwebende musikalische Untermalung von Simon Boswell, welche auch in den Chorälen an Western-Themen erinnert, noch verstärkt. Leider weist der „Final Cut“ einige Längen auf: Zwischen den einzelnen Morden gibt es zahlreiche Passagen über die im Sande verlaufenden Ermittlungen sowie die mythologische Hintergründe, ohne dass die ohnehin dünne Serienkiller-Story dabei nennenswert vorankäme. Leider kam man dabei auch nicht ohne Klischees aus: so müssen natürlich wieder ein Schamane und ein besorgter Ehemann – welche in ihrer Existenz so ziemlich irrelevant sind – am Start sein. Dramaturgische Lücken sind also unübersehbar und machen den Film bisweilen etwas zäh und langatmig. Daran kann auch die kleine Nebenrolle von Marianne Sägebrecht als Pathologin nichts ändern.
Fazit: Verwässerter Mix aus Horror, Western und Thriller, der nur in der atmosphärischen Musikuntermalung und den pittoresken Natur-Aufnahmen vollständig überzeugen kann, welche „Dust Devil“ auch über den Genre-Durchschnitt heben. In Sachen Splatter und Gore ist bis auf wenige Ausnahmen – zum Beispiel das „kopflose“ Finale – auch nicht viel zu sehen. Dennoch ist der nur streckenweise spannende Film einen Blick wert.