Regiesseur Richard Stanley hat mich mit seinem Regiedebüt " Hardware " wirklich beeindruckt. " Dust Devil " kann das leider weniger. Obwohl der Film zugegeben interessant ist passt hier irgendwie nichts richtig zusammen. Schade, denn dieser Film war Stanleys Traumprojekt.
Inhalt:
Hitch durchwandert die Wüste in Namibia auf der Suche nach suizidgefährdeten Menschen, welche er dann umbringt und für eine Zeremonie benutzt. Auch von der Polizei wird er deshalb schon gejagt. Insbesondere von Macuro, der sich einen Schamanen zu Hilfe geholt hat. Währenddessen begegnet Hitch Wendy, einer Frau die mutwillig umherzieht. Erst ist sie von ihm fasziniert, findet jedoch bald heraus was Hitch treibt. Sie versucht zu fliehen, doch das scheint unmöglich zu sein.
Dieser Film war Regiesseur Richard Stanleys absolutes Traumprojekt. Er schrieb allein das Drehbuch und führte natürlich Regie. Leider ist die Story ziemlich krude und manchmal auch nicht richtig nachvollziehbar. Außerdem für meinen Geschmack viel zu phantastisch angehaucht. Die Charaktere sind zum Teil sehr seltsam, wie auch schon in Hardware und der Film schafft es einen zu fesseln. Wahrscheinlich weil man so einen Film noch nie gesehen hat. Stanley wirft hier die Genres durcheinander. Der Film ist eine Mischung aus Western, Roadmovie und Okkultismus mit Horrorelementen. Ob gelungen oder nicht ist reine Geschmackssache, mir hat der Film leider nicht so gut gefallen.
Vor allem find ich ihn ziemlich langweilig, es gibt viele sinnlose Dialoge, es werden viele Charaktere eingeführt, aber man kommt nie richtig zur Sache. Es fehlt ganz einfach ein Höhepunkt und den habe ich nicht gefunden. Leider lässt der Film auch Gore vermissen. Es gibt ein paar blutige Bilder zu sehen und einen tollen Kopfplatzer, aber das war es dann schon. Die Indizierung kann ich nicht verstehen. Sicher, Gore ist nicht alles, aber ein bisschen mehr hätte dem seltsamen Filmchen sicher nicht geschadet. Zwischendurch mal eine kleine Keilerei, sogar mal eine Explosion auf der Straße. Aber das ist für die 100 Minuten einfach zu wenig. Man kann ihn sich interessehalber mal anschauen, aber ein zweites Mal bestimmt nicht.
Stanley liefert brillante Wüstenbilder und auch sonst eine tolle, staubige Westernoptik. Man merkt dass Stanley hier ein Fachmann für tolle Bilder ist, das hat er auch schon in Hardware bewiesen. Und auch die Musikuntermalung ist wieder sehr gut gelungen. Von kirchlichen bis Westernsounds ist alles vorhanden. Man muss Stanley einfach für die allgemein perfekte Inszenierung loben.
Auch die Darsteller können gut überzeugen. Robert Burke spielt Hitch, den Dust Devil sehr glaubwürdig und sehr intensiv. Auch Chelsea Field kann als Wendy punkten. Die Zwei harmonieren sehr gut miteinander. Auch wenn die meisten Charaktere etwas überzogen oder seltsam sind, spielen sie sehr glaubwürdig.
Fazit:
Ein komplett anderer Film, der viele Genres miteinander verbindet. Sehr gute Darsteller, tolle Optik und sehr passende Musikuntermalung. Leider ziemlich langatmig, recht unblutig und manchmal irgendwie nicht nachvollziehbar. Außerdem für meinen Geschmack viel zu phantastisch. Das einmalige Anschauen ist zumindest die Erfahrung wert.