"Ich bin ne ganz andere Sorte Cop."
Captain David Acaveda (Benito Martinez) übernimmt ein Polizeirevier in Los Angeles. Sein Ziel sind sichere Straßen in den von Drogendealern und Rassenkonflikten gezeichneten Gefahrenbezirken. Seine Teams sind vielseitig und greifen zu unterschiedlichen Methoden. Vic Mackey (Michael Chiklis) und sein Strike Team zeichnet sich durch unorthodoxe Vorgehensweisen aus. Auf brutale Weise nehmen sie Verbrecher fest und streichen nebenbei Drogen für die eigenen Taschen ein.
Der sich leicht untersetzt fühlende Holland Wagenbach (Jay Karnes) und die zielstrebige Claudette Wyams (CCH Pounder) übernehmen überwiegend Verhöre. Danny Sofer (Catherine Dent) sowie der Neuling Julien Lowe (Michael Jace), der unter seiner unterdrückten Homosexualität leidet, sind häufig auf Streife in den Straßen unterwegs.
Nachdem Vic einen Cop ermordet um sein Strike Team vor der Aufdeckung ihrer illegalen Tätigkeiten zu schützen, beginnt eine Lawine aus Vertuschungen, Korruption und Verdächtigungen in den eigenen Reihen.
"The Shield - Gesetz der Gewalt" ist eine Polizeiserie, die stilistisch und konzeptionell andere Wege beschreitet, als die konventionelle Konkurrenz. Durch den Einsatz von Handkameras und Zoomeffekte wirkt sie wie eine Dokumentation. Üblicherweise bleiben manche Erzählstränge nach einer Episode offen und werden später erneut aufgegriffen. Dominierende Handlungsbögen ziehen sich wie ein roter Faden durch die ganze Staffel. Die Atmosphäre ist recht rauh, wodurch die Serie realitätsnah wirkt.
In der ersten Staffel konzentriert sich die Handlung auf Bandenkriege, den Umgang mit der Homosexualität sowie Korruption innerhalb der Polizei. Durch bis zu drei parallel abgewickelte Fälle pro Folge, ist "The Shield" häufig überladen. Es kann durchaus vorkommen, dass manche Erzählstränge ineinander verschwimmen und zur Unübersicht führen.
Der Start der Serie ist sehr stark. Der frische Stil ist außergewöhnlich, die auf Gewalt basierenden Konfliktlösungen sorgen für Spannung und Überraschungen. Recht schnell verliert die Serie aber auch wieder diesen Reiz und wirkt erzählerisch gestreckt. Im letzten Drittel steigern sich die Themen und die Actionszenen und münden in einen leicht offenen Schluss.
Zynischer Humor untermalt die Ermittlungen, die stets von einer hektischen Kameraführung dominiert werden. Grobkörnige Bilder und eine aggressive Musikuntermalung fügen sich entsprechend harmonisch ein.
Ähnlich grob wie die Bilder fallen auch die Charaktere aus. Durch ihre mehr als fragwürdige Vorgehensweisen ist es schwer, sie als Heldenfiguren anzusehen. Dennoch verfügen diese über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und verfolgen letztendlich gutartige Absichten. Durch diese Grauzeichnung gewinnt "The Shield" viel Potential und wendungsreiche Erzählmöglichkeiten.
Michael Chiklis ("Fantastic Four"-Reihe) verkörpert seinen Charakter grandios. Seine bullige Erscheinung passt ungemein gut zu seiner Rolle. Auch während den tiefsinnigeren Momenten lässt er es sich nicht nehmen ein facettenreiches Schauspiel zu offenbaren. Aus dem eher unbekannten, aber nicht minder spielfreudigen, Cast, sticht noch CCH Pounder ("Im Körper des Feindes") heraus.
Staffel 1 von "The Shield - Gesetz der Gewalt" legt eine ungemeine Wucht vor, beruhigt sich dann einige Folgen lang und reißt im letzten Drittel durch ein eindringliches Charakterdrama sowie brachialen Actionszenen mit. Der kompromisslose Umgang bewahrt der Serie seine Originalität. Die Themen sind mit Gangaktivitäten, Kindesmißbrauch, Prostitution, korrupten Beamten und Homosexualität breit gefächert. Nicht immer sind die zahlreichen Handlungsstränge von Vorteil, ein gewisses Kino-Niveau ist dadurch allerdings vorhanden. Besonders auch durch den charismatischen Hauptdarsteller. Knappe ...
8 / 10