Paganini, auch genannt der Teufelsgeiger. Er ist der Schwarm der Frauen, aber genauso wie er geliebt wird, wird er von anderen gehaßt. Vor allem von der Kirche. Er lebt in völliger Zurückgezogenheit und ist trotz seines Vermögens extrem sparsam, aus Angst irgendwann kein Geld mehr zu haben. Er schläft mit etlichen Frauen, aber dann verliebt er sich in ein junges Mädchen. Sie wird zu seiner Frau. Eines Tages ist sie tot und Paganini dreht durch, geht über in ein Stadium des Wahnsinns, erkrankt. Selbst sein innig geliebter Sohn, der ihn beschützt und sein einziger Lichtblick in seinem dunklen Leben ist, kann seinen langsamen Tod nicht verhindern.
Kinskis Karriereshowdown als Teufelsgeiger ist wie die reale Person und der Schauspieler irgendwo im Halbdunkel zwischen Genie und Wahnsinn. Für Paganini übernahm er mal eben alle wichtigen Stabfunktionen (ursprünglich war wohl mal Spezi Werner Herzog im Gespräch) und als Resultat kann man eigentlich nur sagen, Klaus, du bist ein guter Schauspieler, aber in Sachen Regie sollte man es doch lieber den Profis überlassen, denn der Film ist doch ziemlich schräg ausgefallen.
Pgaganini ist im Grunde nicht mal so etwas wie ein richtiger Film. Dialoge finden nur in einem Mindestmaß statt und so etwas wie Erzählstruktur ist auch nur rudimentär vorhanden. Wir sehen prinzipiell nur den fanatischen Geiger unterlegt mit permanenter Violinenmusik, bei dessen Konzerten sich die Damen den Schritt massieren. Überhaupt schwebt über der Story eine große sexuelle Komponente. Da werden munter Bilder eines Blowjobs eingespielt, bis hin zu eher sinnfreien Einblendungen kopulierender Pferde. Provokative Motive sind ja in Ordnung, aber hier wirkt das alles sehr unsinnig.
Überhaupt wirken hier Anspruch und Wirklichkeit sehr unausgeglichen. Man bekommt zwar den Eindruck, das hier große Kunst versucht wird, aber stattdessen ein ziemliches WIrrwarr geliefert wird. Trotz allem intensiven Schauspiel von Herrn Kinski, bleibt einem das Leben des Herrn Paganini eher fremd. Als konstruktives Biopic geht der Film sicher nicht durch. Hier ist der Schein deutlicher ausgeprägt als das Sein.
4/10