Review
von Blaine
Kaja ist mit einer Jugendgruppe in einem Sommercamp der linken Parteijugend am 22. Juli auf der Insel Utøya, als plötzlich Schüsse fallen und ein Attentäter Jagd auf die Jugendlichen macht. Von da an beginnt ein Kampf um Leben und Tod.
Der Film Utøya 22 Juli erzählt die Ereignisse, wie sie sich im Jahr 2011 ereignet haben als Anders Behring Breivik einen Anschlag im Regierungsviertel in Norwegen durchführte, um ein Ablenkungsmanöver zu haben, um ungehindert ein Massaker auf der Insel Utøya anzurichten, bei dem dutzende Jugendliche seinen Schüssen zum Opfer fielen. Der Film Utøya behandelt diese Ereignisse mit fiktiven Personen.
Die Ereignisse selbst werden ein wenig zu reißerisch aus der Sicht von Kaja dargestellt, einem fiktiven Charakter, die in diesem Sommercamp eine der Jugendlichen ist. Dadurch wird dem Film ein wenig die Tragik genommen, denn es wirkt hier eher so wie in einem Thriller durch den entstehenden Spannungsfaktor. Man hört die gesamte Zeit die Drohkulisse in Form von Schüssen, die ohne eine genaue Ortung widerhallen. und man vermutet fasst, dass jeder Schuss ein weiteres Opfer bedeuten könnte. Dadurch ist der Film eigentlich zu spannend für die Thematik, die er eigentlich behandelt. Der Attentäter wird hier weder im Film benannt noch richtig gezeigt, so dass auch ein gewisser Kult um den Attentäter vermieden wird. Größte Kritik ist die Dialogform, denn gerade der Dialog von Kaja und Emilie wirkt eher plump und nicht unbedingt so, wie man sich auf natürlich Weise unterhält, so dass dies aus meiner Sicht die große Schwäche des Films ist.
Insgesamt kann der Film die Ereignisse gut darstellen, wenngleich sie wahrscheinlich nicht komplett wirklichkeitsgetreu gezeigt werden können. Das Ende ist absichtlich offen gehalten, so dass nicht klar wird, was mit der Hauptperson passierte.
Die Schauspieler kannte ich nicht und auch der Regisseur war mir gänzlich unbekannt. Letzten Endes ist eine Wertung zwischen 1 und 8 je nach Geschmack drin. Als Thriller darf man diesen Film eigentlich nicht bezeichnen. Die Situation ist tragisch und dramatisch und einschneidend für das Jahr 2011 und in die Geschichte Norwegens. Der Film Utøya sorgt zumindest dafür, dass die Ereignis nicht in Vergessenheit geraten werden. Für mich gerade so vertretbare 07/10 Punkte.