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Astrid (S, D, DEN 2018)

Astrid Lindgren (Alba August), die bei einer streng religiösen Familie in Småland aufwächst, sehnt sich als junge Frau nach einem selbstbestimmten Leben. Sie beginnt ein Volontariat bei der örtlichen Zeitung und verliebt sich in den Herausgeber Blomberg (Henrik Rafaelsen), der in Scheidung lebt und 7 Kinder hat. Als Astrid von ihm schwanger wird, sind ihre Eltern verzweifelt. Sie muss das Kind in Dänemark zur Welt bringen und es dort einer Leihmutter überlassen…
Bei der Vorpremiere im Berliner Delphi Filmpalast am 20.11.2018 nennt der schwedische Botschafter Astrid Lindgren (1907-2002, 165 Millionen verkaufte Bücher) die schwedische Literatin, mit der er, wie auch die anwesende Regisseurin Pernille Fischer Christensen (geb. 1969 „Eine Familie“ 2010), die Hauptdarstellerin Alba August und eigentlich alle 650 Gäste im ausverkauften Kino aufgewachsen sind. Der junge Shooting Star des schwedischen Kinos zeigt sich geehrt die große Künstlerin spielen zu dürfen und betont, dass sie als Kind vor allem die starken, weiblichen Charaktere, wie Mio oder Ronja Räubertochter geliebt hätte. In „Unga Astrid“ (Originaltitel: die junge Astrid) wird dann deutlich, dass die Autorin erst diese starke Persönlichkeit werden musste, um sich von ihrem viel älteren Kindesvater zu lösen und sich endlich zu ihrem Sohn zu bekennen. Schön ist die Idee, zu Beginn die greise Autorin am Schreibtisch zu zeigen – ohne ihr ins Gesicht blicken zu können – wie sie Briefe von Grundschülern liest und der Zuschauer sich gemeinsam mit ihr an ihre Jugend erinnert. Insgesamt ist Fischer Christensens Biopic allerdings sehr konventionell geraten, zudem wird die Motivation einzelner Charaktere nicht immer überzeugend erklärt. Sehenswert allerdings bleibt Alba August in der Hauptrolle. (7/10)

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