Tilman Singers Regiedebüt handelt grob von einer Befragung durch die Polizei nach einem Unfall und einem Dämon, welcher der titelgebenden Taxifahrerin nachstellt. Irgendwie. Der ebenfalls von Singer geschriebene Film versperrt sich etwas der gängigen Sehgewohnheiten, welche das Kino für die Massen in uns hinterlassen hat. Zeit also für etwas Gegenarbeit und dafür eignet sich „Luz“ tatsächlich ganz gut.
Die Inszenierung ist theaterhaft, man wähnt sich mitunter vor einer Bühne. Kryptusch und bewusst auf älter getrimmt in seiner Präsentation ist das Ganze zwar eigen, die Hinwendung zum Retrostil wirkt dennoch forciert und mehr wie ein Gimmick. Ich folgte dieser Variante des besessenen Horrors mit einer Mischung aus fragendem und interessiertem Blick, aber auch mit einem angestrengten Ohr. In manchen Passagen geht das Gesprochene unter, gehört vielleicht auch zum Konzept. Mit seinen knapp siebzig Minuten dauert das nicht zu lang, die Mixtur aus irgendwas mit Lynch, Euro-Horror und 16mm-Breitwand-Theater bleibt immerhin noch eine Weile im Kopf. Denn „Luz“ kommt mehr durch die Stimmung denn durch seine Narration.
„Meine Freundin hat ne ganz besondere Begabung.“
Ich verbleibe mit Einsetzen des Abspanns etwas ratlos, aber nicht uninteressiert und dennoch am Zweifeln, ob sich das Gesehene noch erschließt. Oder muss es das überhaupt?