Review

Mein Zuhause ist da, wo du bist 


Da stapft ein Mann mit seiner Teenagertochter durch das grüne Dickicht, 
trotz der Kälte und Einsamkeit scheint keiner der beiden sickig. 

Viele Grüntöne, noch mehr zwischenmenschliche Nuancen, 
zum Glück gab ich diesem emotionalen Drama ein paar Chancen. 

Über Familie, Zusammenhalt und Loslassen, 
oft kann man die Qualität und Tiefe von Foster und McKenzie kaum fassen. 

Extrem authentisch und glaubhaft gemachtes Waldleben, 
zwischen den beiden ist es dennoch ein Geben und Nehmen. 

„Leave No Trace“ ziert nicht umsonst etliche Bestenlisten, 
eine ganz subtile, ruhige Entdeckung, die nicht verstauben sollte in Kisten. 

Über Traumata und das Aussteigen, über Gesellschaft und Normen, 
dieser Film weicht ab und kann einen wirklich tief und bleibend formen. 

Ohne viele Worte oder gar Kitsch, 
gehört diese Aussteigerfilm zu den ganz großen 2010er-Arthousehits.
 
Die Blicke und die Gesten, das Erwachsenwerden und Verstehen, 
es war teilweise überwältigend, mit den beiden diese Schritte zu gehen. 

In sich ruhend und dabei vollkommen klar, 
ist hier trotz allem Understatement auch die Regisseurin ein entscheidender Faktor und Star. 

Wer also Filme von „Winters Bone“ bis „Captain Fantastic“ mag, 
sollte diese Perle nie und nimmer verpassen, bevor's ab geht in den Sarg.

Fazit: Understatement, Überleben, Überlegen, Obdachlosigkeit, Vater-Tochter-Liebe, PTSD, Schauspielkunst, Natur, Kälte, Isolation, Egoismus - „Leave No Trace“ ist an subtiler Kraft und Wärme kaum zu überbieten. Etwas zäh und träge für manche, es passiert äußerlich nicht allzu viel - für mich die meiste Zeit jedoch absolut fesselnd, brutal menschlich, emotional und einleuchtend. Starke Kost, innerlicher Tumult. 

Details
Ähnliche Filme