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Lange Zeit galt der Gartenzwerg als Synonym fürs Spießbürgertum, bis er ab Mitte der Neunziger aufgrund neuer, teils provokanter Modelle ein kleines Revival erlebte. 2011 gab es den ersten Animationsfilm, in dem mittels „Gnomeo und Julia“ auf Shakespeare gemacht wurde. Bei vorliegender Fortsetzung steht indes die berühmte Figur von Arthur Conan Doyle im Fokus, - nur leider mit dem Vorgängerpaar im Schlepptau.

Gnomeo und Julia sind vom Land in einen Garten nach London gezogen und haben alle Hände voll zu tun mit der Neugestaltung, als plötzlich viele Gartenzwerge spurlos verschwinden.
Just in dem Moment tauchen Sherlock Gnomes und Watson auf, die den Bösewicht Moriarty hinter den Entführungen vermuten…

In Kino, TV und Hörspielbereich erlebt die Figur des Sherlock Holmes zur Zeit einen regelrechten Boom, während die Fortsetzung des Gartenzwergabenteuers mit einigen Verzögerungen zu kämpfen hatte. Gnomes und Watson werden passend mit der vermeintlichen Vernichtung von Moriarty eingeführt, der im übrigen wie ein gelbes Platik-Emoji anmutet. Danach geht es zur Gartenzwergsippe von Gnomeo und Julia, wo sich früh ein handfester Ehestreit ankündigt. Was sich zu dieser Zeit ebenfalls abzeichnet: So richtig wollen die beiden Literaturpaare nicht miteinander harmonieren.

So entfaltet sich die Suche nach Hinweisen zwar einigermaßen temporeich, doch der Witz bleibt dabei weitgehend auf der Strecke, trotz einiger kleiner Referenzen wie etwa dem Hund der Familie Baskerville oder der nahezu permanenten Ignoranz gegenüber Watson.
Zwar entwickelt eine Hatz in der Kanalisation oder ein Besuch im Spielzeugladen einige Dynamik, doch im Kern bleibt die Geschichte flach und ohne kreative Ideen.

Diese sind eher im Bereich der Animation vorzufinden, speziell im Hintergrund. Ob Lampions als Flugschirme genutzt werden oder Wichtel beim Erklimmen eines Kamins helfen, - es finden sich liebevoll ausgestattete Gimmicks, zumal sich die technische Qualität trotz deutlich geringeren Budgets nicht vor Großproduktionen wie Pixar und Konsorten verstecken muss.

Dennoch will der Funke nicht so recht überspringen, - zu emotionslos erscheinen die Figuren und zu plump werden Themen wie Respekt und Aufmerksamkeit innerhalb einer Beziehung abgearbeitet.
Am Ende steht ein hübsch animiertes Abenteuer, dass kaum Spannung erzeugt und nur bedingt Freude bereitet, als Familienfilm zur schlichten Berieselung jedoch noch ausreicht.
5 von 10

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