Als Ende der Achtziger Chucky und die Kreaturen vom „Puppetmaster“ die Welt erblickten, war das der Beginn einer ganzen Reihe von Filmen über tödliche Puppen, was jüngst durch „Annabelle“ neuen Aufschwung erhielt und Gurkenpuppen wie „Robert“ nach sich zog.
Leider hat es Regisseur Michael Crum geschafft, seinen schwachen Erstling „Lake Fear“ zu unterbieten.
Die Nerds Jacob und Shawn stibitzen die Puppe Anna aus einem Museum, da diese von Dämonen besessen sein soll. Sieben Tage wollen sie in einem verfluchten Haus Videoaufnahmen für ihren Kanal tätigen, bis sie merken, dass Anna nur auf weibliche Anwesenheit anspringt. Als eine Schwarzmagierin mit Anna in Kontakt kommt, nimmt das Unheil seinen Lauf…
Das Amateurhafte konnte Crum auch bei seinem zweiten Langfilm nicht wirklich ablegen, was sich früh an einer unsicheren Kameraführung und grenzdebilen Dialogen äußert.
Konzipiert als Horrorkomödie stimmt zwar die Chemie zwischen den Hauptakteuren, doch anberaumte Situationskomik verpufft aufgrund schlechten Timings, während die ohnehin schon dünne Geschichte in der ersten Filmhälfte rein gar nicht in Gang kommt.
Die titelgebende Puppe sieht zwar nicht gerade liebreizend aus, doch ein paar Narben und zerzaustes Haar sind auch nicht furchteinflößend, zumal Anna sich im Gegensatz zu Pendants wie Chucky fast gar nicht bewegt und schon gar keine tödliche Hand anlegt.
Dafür sorgen ein paar Mutanten mit Höllenschlund, sofern das erkennbar ist.
Denn als weiteres Manko kristallisiert sich die schwache Ausleuchtung im Zusammenhang mit überstrapazierten Rotfiltern heraus, was der Optik jeglichen Reiz raubt. Die austauschbare Lokalität und die karge Ausstattung sind da nur folgerichtig schwach.
Die wenigen Gewalteinlagen sind nicht der Rede wert und es ist schon ein Hohn, eine lockere FSK16 mit einem fetten „Uncut“ - Aufdruck zu bewerben. Ein paar Body-FX und Schleimeffekte sind immerhin handgemacht, werten das spannungslose Treiben jedoch kaum auf. Ein wenig mehr Mühe gab man sich bei der recht variablen Sounduntermalung mit differenzierten Aussteuerungen und einem angemessen spärlich eingesetzten Score, welcher oftmals nur auf einzelne experimentelle Sounds setzt.
Anstatt der Puppe hätte man auch einen Holzklotz ins Haus der Untersuchungen setzen können, - das Ergebnis wäre wohl dasselbe gewesen, denn die Titelgebende bleibt weitgehend passiv, während andere Schauwerte Mangelware darstellen.
Für die grottige Synchro kann der Streifen nichts, doch die passt sich im Grunde nur den laienhaften Mimen und ihrem dazugehörigen flachen, oftmals sinnfreien Geschwafel an.
Es gibt ambitionierten Independent-Horror und es gibt solchen, der auf nahezu allen Ebenen dilettantisch erscheint, - „Anna“ gehört leider zur zweiten Kategorie.
2,5 von 10