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Für Kinder der Siebziger und Achtziger wird Dieter Hallervorden natürlich immer derjenige bleiben, der als Didi in „Nonstop Nonsens“ für viel Klamauk und zahllose Schenkelklopfer sorgte, obgleich er in den letzten Jahren einige ernste Figuren verkörperte und sich durch die unterschiedlichen Rollen augenscheinlich recht fit hielt. Insofern hätte er die Rolle in der vorliegenden Romcom nicht nötig gehabt, vielleicht war aber das Angebot, mit der Ferres auf Tuchfühlung zu gehen zu verlockend.

Annabel (Veronica Ferres) tourt seit Jahren als Heiratsschwindlerin durch Südafrika, doch ein Verflossener hat ihre Masche durchschaut und erpresst sie. Da kommt ihr die Bekanntschaft mit dem Lottomillionär Reiner (Hallervorden) gerade recht. Doch auf dessen Tochter Tiffany (Katharine Mehrling) hat es Tom (Steffen Groth) abgesehen, der ebenfalls ein Hochstapler ist. Und so kommen sich die beiden Heiratsschwindler in die Quere und drohen sich gegenseitig auffliegen zu lassen…

Regisseur André Erkau hat seine romantische Komödie nach Kapstadt verlegt, doch leider fehlt ihm das Gespür für die markanten Eckpunkte der Lokalität. Das Anwesen des Lottomillionärs ist durchaus ansprechend, doch das eigentliche Flair der Metropole wird zu keiner Zeit adäquat eingefangen. Stattdessen folgt er dem Schema, welches schon vor Jahrzehnten der sehr ähnlich gelagerte „Zwei hinreißend verdorbene Schurken“ fuhr, nur nicht ansatzweise so spritzig.

Den Charakteren fehlt schlichtweg der Biss, es mangelt an Ecken und Kanten und selbst die Versuche einer Bloßstellung fallen in Form eines Gleitschirmfluges und der Präsentation eines Architekturführers komplett harmlos aus. Zudem läuft die Erzählung in den meisten Belangen vorhersehbar ab, bei der es keineswegs verwundert, dass zwischen Irrungen und Wirrungen, Schein und Sein auch das eine oder andere Techtelmechtel entsteht.
Doch auch diesbezüglich ist der Ausgang frühzeitig absehbar.

Was die Chose mit dem überschaubaren Figurengefüge beisammen hält, sind die gut aufgelegten Mimen, welche schon aufgrund ihrer Routine einen schlicht angelegten Charakter aufwerten können. Ferres steht bei alledem im Vordergrund und meistert eine gewisse Emotionsachterbahn problemlos, während Hallervorden den gutmütigen Alten mimt, der seine beste Szene hat, als er nach dem Genuss von Alkohol einige Zuordnungen durcheinander wirft.

Von solchen Momenten, die ein wenig über den Biedermannhumor der Sechziger hinausgehen, hätte man sich im Verlauf ein wenig mehr gewünscht. Doch außer einer müden Handvoll Schmunzler ist da nicht viel mitzunehmen, zumal den Dialogen der Wortwitz fehlt und das Timing nicht gerade die Stärke der Inszenierung ist.

Was am Ende bleibt, ist eine durch und durch harmlose und gleichermaßen absehbar verlaufende Komödie, die dankenswerterweise nicht ins Kitschige abdriftet, obgleich einige Momente hart an der Grenze sind. Wer auf leicht beschwingte Berieselung steht, kann ihn ohne Befürchtungen angehen, sollte jedoch weder Originalität noch Finesse erwarten.
4,5 von 10

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