Man könnte lang und breit darüber spekulieren, ob die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegenüber James Franco reine PR waren, von wem auch immer. Tatsache ist, dass der Streifen bereits 2016 abgedreht wurde und einen uninspirierten Flickenteppich diverser Endzeitfilme beinhaltet. Und es kommt tatsächlich keine Frau gut weg.
Post-Apokalypse, Wüstengegend: Die Königin der Oase (Lucy Liu) hat das Rote Fieber, also muss ihr Sohn Prinz (Jeffrey Wahlberg) losziehen, um ein Heilmittel zu finden. Dabei trifft er nicht nur auf den Warlord der Plünderer (James Franco), sondern auch den Androiden Ash (Suki Waterhouse), welcher mit sich nicht im Reinen scheint. Zu allem Überfluss landet das Gespann noch bei einer Drogenkönigin (Milla Jovovich)…
Man kann so ein Projekt trotz weitgehend fähiger Mimen locker an die Wand fahren, wenn das Drehbuch nur abgelaufene Buttermilch bietet, mit der man allenfalls Wühlmäuse vertreiben kann. Ein Zugang zu den Figuren ist kaum möglich, weil ausgerechnet der (prinzipiell) gefühlslose Android im Off palavert, der unscheinbare Prinz rein gar nicht zum Anhimmeln einlädt und Franco selbst auch nur eine wilde Show abliefert, die wohl dem Geiste von Mad Max nachempfunden sein soll.
Nur gab es dort nicht so viel nackte Haut, wie ein ausgiebiger Abstecher zum Titty Twister, ach nein, „Love Town“ untermauert. Die Prostituierten werden mit elektrischen Halsbändern gefügig gemacht und auch der Warlord hat augenscheinlich Spaß daran. Dabei kommt die Wüstengegend rund um Colorado zwar einigermaßen zur Geltung, weil die Kamera nicht der schlechteste Teil des Handwerklichen darstellt. Doch auf Dauer ermüden Motorräder im aufgewirbeltem Wüstensand wie der dazugehörige, eindimensionale Score, zumal die wenigen Fights eben nicht mit Akrobaten wie seinerzeit Jean-Claude van Damme in „Cyborg“ daherkommen, wonach die Choreo ein schlechter Witz ist.
Ansonsten gibt es neben drei kleinen Bränden ohnehin nicht viele Schauwerte, außer dass jemand dem ansonsten weitgehend brav agierenden Kameramann gesagt hat, den Hintern von Suki Waterhouse einzufangen, weil Milla im weniger figurbetonten Military-Look nicht wirklich viel hergibt, wonach sie es mit Overacting probiert, - als Drugqueen durchaus angemessen, aber irgendwie will auch da kein Charisma durchkommen.
Und wenn man ehrlich ist, hat Jeffrey Wahlberg auch nicht viele Schauspiel-Gene seiner Brüder Donnie und Mark abbekommen, vielleicht sollte er es mit Gesang versuchen.
Während die FSK mit ihrer 16er Freigabe einen weniger frommen Tag hatte, will der Android gleich beigebracht bekommen, mit Gott zu sprechen. Natürlich kann man mit viel Hoffnung gen Sonnenuntergang reiten, aber wenn das Mitfiebern aufgrund ausbleibenden Humors und kreativlosen Lückenfüllern beinahe zum Himmel stinkt, hilft auch kein Beten mehr.
3 von 10