Review

Im Jahre 1992 lieferte Regisseur Robert Rodriguez mit " El Mariachi " sein Regiedebut und das mit einem winzigen Budget. Doch dieser Film machte ihn groß und legte den Grundstein für " Desperado ", eindeutig den besten Teil der Trilogie. Auf " Irgendwann in Mexico " ließ Rodriguez uns acht Jahre lang warten, was sich größtenteils auch gelohnt hat, mir war auch von Anfang an klar, dass er " Desperado " nicht toppen konnte, man darf also nicht zuviel erwarten. Das Drehbuch schrieb Rodriguez völlig im Alleingang, während die Produktion wieder an " Dimension Films " ging. Wegen des zweiten Teils wurde auch die Kinoauswertung ein Erfolg, doch Vielen gefiel dieser Teil trotzdem nicht. Selbst ich hatte etwas mehr erwartet, doch Rodriguez wollte zuviel und errang somit weniger. Doch es hätte auch schlimmer kommen können.
Story:
El Mariachi ( Antonio Banderas ) ist wieder auf einem neuen Rachefeldzug, denn der brutale General Marquez ( Gerardo Vigil ) hat Carolina ( Salma Hayek ) und El´s Tochter ermordet. Nun bekommt er von CIA Agent Sands ( Johnny Depp ) die Chance sich dafür zu revangieren, denn Marquez plant zusammen mit Barillo ( Willem Dafoe ) einen Putschversuch um den Präsidenten zu ersetzen. Also packt El wieder seine Gitarre aus und holt seine alte Truppe. Zusammen heizen sie den Gangstern ganz schön ein.

Die Story ist ganz klar überfrachtet. Ich bin mir sicher Rodriguez hat es nur gut gemeint und wollte keine Banalitäten, oder eine einfache Rachestory, das war ihm zu billig. Doch leider übertreibt er es, allein bei den vielen Charakteren die eingeführt werden. Zudem bescheisst hier Jeder Jeden, man kann schon mal für kurze Zeit den Überblick verlieren. Im Grunde genommen geht es nur um Rache und den Putschversuch, doch das Ganze Drum herum macht auch nicht mehr aus der Story. Immerhin behält man den schwarzen und brutalen Humor bei und viele Dialoge sind sehr ausgeflippt, kommen aber auch manchmal zu dämlich daher. Die Umsetzung stimmt größtenteils auch, obwohl sich ganz selten kleine Längen auftuen, insgesamt gesehen, ist aber genug Action vorhanden.
Die mexikanische Kulisse ist auch diesmal wieder sehr staubig, teils heruntergekommen, es gibt kaum exotische Orte. Mit dem Score kann man auch punkten, man sollte aber keine so guten Sounds wie im Vorgänger erwarten, doch für genug Abwechslung ist schon gesorgt. Alle Sounds klingen wirklich gut.
Mit der Action übertreibt man es gelegentlich etwas, zum Beispiel wenn Leute von Schüssen getroffen meterweit in die Höhe oder durch den Raum fliegen, oder als Carolina sechs Messer auf einmal wirft, welche ihr Ziel nicht verfehlen. Gewohnt gibt es viele Shootouts, einen beachtlichen Bodycount mit vielen blutigen Einschüssen, ein paar Keilereien und eine Motorradjagd, welche mit dem genialen Song " Pistolero " unterlegt ist. Rodriguez lässt wieder einige Härten zu, wie den Beinschuss im Finale mit der doppelläufigen Schrotflinte.
Was mich noch stört ist, dass man dem Mariachi zu wenig Screentime einräumt. Früher war das immer eine One Man Show, doch bei den vielen Charakteren muss El nun kürzer treten, das obwohl er die Schlüsselfigur ist.
Richtig gut ist die Besetzung. Antonio Banderas hat nichts von seiner Präsenz verloren, auch wenn der Vorgänger acht Jahre zurückliegt. Salma Hayek, sehr sexy, hat nur eine Nebenrolle als Carolina und Danny Trejo ist als verräterischer Cucuy wieder dabei. Was dem Mariachi fehlt, das hat Sands zu viel. Johnny Depp macht zwar einen guten Job, doch seine Rolle wurde zu stark ausgedehnt. Über Eva Mendes will ich mir kein Urteil bilden, denn ich kann sie nun mal nicht leiden. Willem Dafoe als Barillo kann noch gut gefallen und auch Mickey Rourke als feiger Auftragskiller. Sänger Enrique Iglesias ist in einer Nebenrolle als Mariachi Lorenzo zu sehen.

Fazit:
Nach " Desperado " etwas mager, aber nicht enttäuschend. Die überfrachtete Story ist ein klarer Störfaktor, sowie die vielen verschiedenen Charaktere. Die Action ist krachig, brutal, zahlreich vorhanden, nur manchmal viel zu übertrieben. Score und Kulisse sind absolut stimmig, dazu ist " Irgendwann in Mexico " noch mit viel Prominenz besetzt, welche auch sehr glaubwürdig agiert.
Ist eigentlich schon vorprogrammiert, dass man etwas enttäuscht sein wird, aber Rodriguez kann noch wesentlich besser.

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