„Irgendwann in Mexico“ ist das lang erwartete, aber leider enttäuschende Sequel zu „El Mariachi“ und „Desperado“.
CIA-Agent Sands (Johnny Depp) ist auf der Suche nach El Mariachi (Antonio Banderas), dem geheimnisvollen Gitarrenspieler. Von einem Kontaktmann wird er darüber aufgeklärt, dass dieser zusammen mit seiner Frau Carolina (Salma Hayek) ganze Ortschaften von Bösewichtern säuberte. Untermalt wird das ähnlich wie die Erzählung im Vorgänger mit einer kleinen, aber halbwegs gelungenen Ballersequenz.
Inzwischen lebt der Mariachi nach dem Tod seiner Frau zurückgezogen und hat das Leben des rächenden Todesengels aufgegeben. Stattdessen klimpert er auf einer Klampfe, doch kurz darauf taucht Sands Gefolgsmann Cucuy (Danny Trejo) auf, knallt den Macher der Gitarre über den Haufen und nimmt den Mariachi mit zu seinem Auftraggeber. Schon hier merkt man deutlich den makaberen Humor, der aber im Gegensatz zum Vorgänger selten zum Lachen ist.
Bei einer Unterredung klärt Sands den Mariachi über seine Pläne auf: Der Drogenboss Barillo (Willem Dafoe) will den General Marquez (Gerardo Vigil) dafür bezahlen, um gegen den mexikanischen Präsidenten zu putschen und diesem umzulegen. Damit jedoch das Gleichgewicht gewahrt bleibt, soll der Mariachi Marquez umlegen, der gleichzeitig Carolinas Mörder ist, während Sands einen neuen Präsidenten einsetzt. Nach einem Zögern stimmt der Mariachi zu und setzt seinen blutigen Rachefeldzug fort...
„Irgendwann in Mexico“ ist ein in vielen Punkten überfrachtetes Sequel, das kaum noch etwas mit den Vorgängern zu tun hat. Anstatt sich wie dort auf den Mariachi zu konzentrieren wird er hier fast zur Nebenfigur, die ab und zu mal ballern darf. Die meiste Zeit rennt Sands telefonierend herum, dass man meint man würde die längste Handywerbung der Welt sehen. Die Story ist allzu wirr, da jeder jeden mehrmals bescheißen will und ein doppeltes oder dreifaches Spiel spielt, was zu Lasten der Spannung geht.
Inszenatorisch hat Robert Rodriguez an sich nichts falsch gemacht, denn optisch ist der Film in Ordnung und kleine visuelle Gags wie z.B. die etwas anderen Nennungen in der Credits sind ganz lustig. Weniger lustig sind viele der witzig gemeinten Szenen, die aber entweder einfach geschmacklos (Sands erschießt jedes Mal den Koch, wenn ihm ein bestimmtes Gericht besonders gut geschmeckt hat) oder lächerlich sind (Carolina wirft mit einer Hand zig Messer und erwischt präzise zig Männer, die ihren Gatten bedrohen und dicht um ihn stehen).
Auch die Action kann nur teilweise begeistern. Stellenweise bietet der Film zwar wirklich gelungene Shoot-Outs in „Desperado“-Manier, aber teilweise ist auch die Action daneben. Vor allem der Überfall auf den Mariachi gegen Ende des zweiten Drittel nervt: Viel zu gehetzt wird teilweise geballert und das Ganze ist mit ätzender Bumtschicke-Musik unterlegt (wo ist die coole Mucke aus „Desperado“?). Von der Menge und Verteilung kann die Action auch nicht überzeugen, da es zwischendurch lange und lahme Durststrecken gibt. Doch die restlichen Shoot-Outs können sich durchaus sehen lassen und sind gut inszeniert.
Die Besetzung ist voller prominenter Gesichter, die auch allesamt recht gut spielen, weshalb man das Misslingen des Films noch weniger versteht. Lediglich Johnny Depp spielt etwas zu überkandidelt, was hier im Gegensatz zu „Fluch der Karibik“ einfach nicht passt.
Mäßiger Abschluss der Mariachi-Trilogie, der trotz guter Darsteller und ein paar gelungener Actionszenen enttäuscht.