Review

Fiesta Mexicana!


Im (bisher und ziemlich wahrscheinlich) letzten Teil von Rodriguez' Mexiko-/El Mariachi-Reihe war man endgültig in Hollywood angekommen und liefert einen episch angelegten Potpourri aus Pulp und Pistolen, aus Gitarren und Gore, aus Sonne und Sombreros, aus Staub und Sex, der jedoch dennoch klar hinter seinen zwei (lose zusammenhängenden) Vorgängern bleibt. In der konfusen und zugleich eigentlich auch egalen Story gerät unser gebeutelter (und wieder um seine Freundin gebrachte!) Killermariachi in einen Putsch bzw. eine Art Neuauflage der mexikanischen Revolution - mittendrin Gesichtstransplationen, ein kleiner Hund auf dem Arm von Mickey Rourke, eine fatal-feine Eva Mendes und ein showstehlender Johnny Depp ohne Augen. Und das ist nur die Spitze des schnell schmelzenden Eisbergs... 

„Once Upon a Time in Mexico“ - der Name lässt einen natürlich viel erwarten, hat große Cousin und Vorbilder, von Leone bis mittlerweile sogar Tarantino. Doch an solche epischen „Es war einmal...“-Geschichten kommt Rodriguez' fetziger Showdown natürlich nicht ansatzweise heran. Spaß macht er dennoch. Fehlerfrei geht anders, doch für pulpige Unterhaltung ist gesorgt. Selbst wenn man Sinn und Story nicht ganz verstehen sollte und alles sehr undiszipliniert und oberflächlich wirkt. Einzelne Teile scheinen wesentlich geiler als das große Ganze, das zugegebenermaßen etwas enttäuscht und eher wie Hintergrundrauschen denn Highlight wirkt. Die handfeste Stuntarbeit, Depp noch weit vor seinem nervigen Niedergang, das deutliche Augenzwinkern und der gesunde Nationalstolz gefallen mir aber grundsätzlich mächtig gut. Zudem gehen Score und Soundtrack mächtig nach vorne, einige nahtlos eingefügte Computereffekte in Actionsequenzen hinterlassen Eindruck und insgesamt fühlt sich alles nochmal eine Schippe größer, verzückter, grenzenloser, over-the-top an. Dass die ewig schöne Salma Hayek nur für kurze Rückblenden verwurstet wird und ein psychopathischer Dafoe kaum benutzt wird, will jedoch verstehen wer will, kann ich nicht nachvollziehen oder verzeihen... 

Fazit: episch, unübersichtlich, stylisch - das feurige Finale der Mariachi-Trilogie ist der deutlich schwächste Part der Reihe, jedoch nicht ohne seine Guilty Pleasure-Qualitäten, klasse Stunts, (positiv) altbackene Action und eine Menge Mexiko-Feeling! 

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