Review
von Leto
"Upgrade" ist ein kleiner und außerordentlich feiner Beitrag zum Science-Fiction-Innovations-Kino der vergangenen Jahre, zu dem zum Beispiel die beiden Regie-Werke von Alex Garland gehören.
Leigh Whannell, bereits als Autor mit guten Ideen bekannt (man denke nur an seine Art, alte Geistergeschichten wieder für die neue Generation interessant zu machen) hat sich einiges einfallen lassen, um aus seinem Genre-Beitrag mit einem frischen Look und einer auf den ersten Blick recht rudimentären Story einen kleinen Kracher zu machen.
Die Inszenierung atmet von Beginn an eine sterile und kühle Luft, die gezeigte Welt ist eine nicht allzu ferne Zukunft und die wenigen Figuren tragen dazu bei, ein Gefühl von Isolation zu erzeugen, die der Geschichte von Beginn an gut steht.
Die Kameraführung ist das absolute Highlight, denn als Zuschauer bekommt man immer wieder ein Gefühl, als wäre man direkt dabei, wenn die künstliche Intelligenz auf den Plan tritt.
Die leicht ruckelnden digitalen Bilder unterstützen das geniale Spiel von Hauptdarsteller Logan-Marshall-Green, der sowohl in seinen "unbeweglichen" Momenten als auch in den "controlled moments" stets eine wahre Meisterleistung erbringt - speziell die doch recht ungelenk anzusehenden Bewegungen, wenn er nicht Herr seiner selbst zu sein scheint bekommt er stets so hin, als hätte tatsächlich jemand anders die Kontrolle über seinen Körper.
Das Ganze im Zusammenspiel mit der minimalistischen Musik, der sterilen Sets und dem kleinen Ensemble bietet einen phänomenal innovativen Film, den man am ehesten im Thriller-Genre einsortieren kann.
Kurzweilig, effizient, super gespielt und genial erzählt ist "Upgrade" leider ein etwas zu kurz gekommener Film, der hoffentlich ab sofort die verdiente Aufmerksamkeit erhält, welche er im Kino leider nicht bekommen hat.
Fazit: Geniale Unterhaltung mit sehr gutem Hauptdarsteller, toller Kamera und schönen, teilweise herrlich fiesen Ideen!