Review

BFFs go H.A.M.

Gute, echte, realistische, emotionale Frauenfreundschaften - im Kino bzw. der Filmwelt eine Rarität. Man mag es kaum glauben, ist aber so. „The Breaker Upperers“ aka „Trennung auf Bestellung“ ist in der Beziehung eine tolle Ausnahme zur Regel. Wir folgen zwei langjährigen Freundinnen und Enddreißigerinnen, die sich mit einer bizarren aber erfolgreichen Geschäftsidee selbstständig gemacht haben - sie lösen (auf Wunsch einer der unglücklich Vergebenen) Beziehungen auf. Von elegant bis platt ist alles dabei, vom „Verschwindenlassen“ bis zur „Fremdgehmasche“ - ihrer Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Bis ihre Freundschaft eines Tages mal wieder durch eine delikate Prüfung geht, bei der nicht nur die kleine Selfmadefirma wackelt...

„The Breaker Upperers“ ist ein süßer kleiner Neuseelandkracher. Ich mag ihn. Vor allem dank der beiden Leading Ladies, die hier Herz, Seele und Gehirn in Personalunion sind. Es ist durch und durch das Baby von Frau Sami und Frau van Beek, zudem noch spürbar von Taika Waititi (!) produziert und mit dem typischen Kiwi-Humor garniert. Doch vor allem der starke Bund der beiden Protagonistinnen bleibt hängen. Ihre Beziehung und freundschaftliche Liebe ist die Seele dieser 80 Minuten. Hinzu kommen einige wirkliche weirde Nebenfiguren und ein paar Humorvolltreffer. Bestimmte Szenen sind wirklich sehr witzig. Doch über die komplette Laufzeit gesehen, habe ich weit weniger gelacht als gedacht, liefen weit mehr Gags ins Leere, als sie es im besten Fall sollten. Was auch an der deutschen Synchro liegen kann, denn gerade der neuseeländische Akzent macht viel von dem speziellen Charme und Vibe aus. Ging aber leider nicht anders, O-Ton war in dem Moment nicht drin. Doch das ist nicht das einzige Problem dieses spleenigen Friendship-Feuerwerks. Die Auflösung ist viel zu einfach, das letzte Drittel macht es sich zu leicht, da gehen die Ideen aus und außerhalb der kriselnde Freundschaft ist da einfach nicht viel. Eher gar nichts. Und trotz konsequenter Charakterentwicklung und feinen Frauenfiguren hätte ich doch durchaus immerhin noch etwas Handlung. In der Beziehung war hier aber sowas von tote Hose. Schade. Das Drehbuch hätte noch ein ganzes Stück Zeit und Investition gebraucht. Potenzial und Talent und Timing waren da. Von den zwei würde ich gerne noch mehr sehen. 

Fazit: eine knackige Laufzeit, aufopferungsvolle Darstellerinnen und vor allem eine fantastisch echt wirkende Frauenfreundschaft - all diese Dinge funktionieren in „The Breaker Upperers“. Der Humor für meinen Geschmack aber leider etwas zu selten. Dabei mag ich diesen trockenen Kiwi-Flavour eigentlich sehr... 

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