Staffel 2
Staffel 2
Die Welt ist nicht nur schwarz oder weiss
In der zweiten Staffel „Cobra Kai“ läuft der unerbittliche Konkurrenzkampf zwischen Miyagi Dojo und Cobra Kai auch ohne neues Turnier zu Höchstformen auf, Kreese verformt Johnnys Cobras weiter in blutdurstige Killer und die Grenzen zwischen Gut und Böse, Hell und Dunkel, Recht und Unrecht, Sinn und Unsinn verschwommen nie mehr...
Auch in seiner Sophomore-Season gefällt mir das YouTube-Flagschiff noch immer richtig gut. Mehr als das, schon jetzt, nach nur zwanzig Episoden, gehört die Serie zu meinen Favoriten. Des Jahres, des Jahrzehnts, ja all-time. Ich liebe „Cobra Kai“, ich kann es nicht anders sagen. Und selbst wenn man nun von Anfang an Großes erwartet und es vielleicht nicht mehr den laut klatschenden Überraschungsmoment des ersten Jahres gibt, sind hier noch genug Gründe, die meine Liebe zu dieser späten, aber umso genialeren „Karate Kid“-Fortsetzung untermauern:
+ Johnnys Weg vom simplen, flachen Antagonisten zu einem der wortwörtlich ausgezeichneteren Charaktere im TV ist schlicht... sagenhaft
+ Serie bewahrt den Flair und das Erbe der Originalfilme (und somit auch Mr. Miyagis/Pat Moritas)
+ Ralph Macchio hat es noch immer drauf
+ klasse Fight-Choreos (vor allem die letzte Folge ist ambitioniert und unfassbar!)
+ der Motorradausflug mit Johnnys alten Buddies ist ein Highlight
+ die mehreren Cliffhanger am Ende sind brutal gut (Elisabeth Shue?!)
+ das Verschwimmen der Grenzen ist beneidenswert und derart selten gesehen
+ von 80er-Karate-Kino-Cheese ins goldene TV-Zeitalter - wow!
+ rockiger, passender Soundtrack
+ Balance aus Käse und Anspruch, aus Soap und Drama passt
+ sowohl für Teenager wie für deren Eltern etwas
+ weckt viele Gedanken und enorme Nostalgie an damals
+ kaum Längen, jede Folge klasse
+ Kreese ist wunderbar fies (und der einzige bisher noch durchweg „böse“ Charakter!)
+ Hawks Entwicklung; allgemein die Figurenentwicklung
+ interessante Dynamiken
+ klasse Kommentare zu Themen wie Mobbing, Außenseiter, Kampfsport, Aggressionen, Freundschaft, Männlichkeit
+ nie zu kitschig oder zu comicartig überzogen
+ Frau LaRusso!!!
+ fängt Teen-Romantik toll ein
+ baut fühlbar auf dem Original auf
+ positiv aufregend (warum kriegen die beiden Streithähne das nicht auf die Kette?!)
+ das unfreiwillige Doppeldate beim Mexikaner
+ Johnnys Traumsequenz
+ Johnny ist eine absolut dreidimensionale, tiefgreifende, realistische und nicht immer politisch korrekte Figur
+ wirft einen neuen Blickwinkel auf die originale Trilogie
+ noch genug offene Fragen und Anknüpfungspunkte
+ durch die Bank super hochwertig inszeniert
+ macht Jugendlichen Lust auf (Kampf-)Sport
+ 80s-Feeling galore
+ Rückblenden ideal eingearbeitet
+ erstaunlich weise und momentan wichtig für die Versöhnung und Annäherung innerhalb der USA
Fazit: viel, viel, viel mehr als nur Nostalgie. „Cobra Kai“ ist auch in seiner zweiten Staffel grandiose Unterhaltung mit Herz, Humor und Handkantenschlägen. Im Sinne von „Karate Kid“, aber dennoch mit genug Aktualität, Update und Eigensinn um gegen alles, ja ich meine wirklich ALLES, auf dem Serienmarkt zu bestehen. Es ist DIE Serie, wegen der man sich YouTube Premium holt. Oder zumindest den Probemonat... Und was für ein Finale!!! Unfuckinfassbar. (9,5/10)