Review

Staffel 3 - 9/10

Staffel 3


Karate, Karma, Konkurrenzkampf

„Cobra Kai“ wechselt zur dritten Staffel sein Dojo - nun ist man nicht mehr auf YouTube sondern bei Netflix unterwegs. Sitzen die Kicks und alten Rivalitäten noch immer? Oder geht es nun, vollkommen im Mainstream, im Rampenlicht und einer echten Schlangengrube angekommen, den mit Bonsaibäumen gesäumten Bach runter? In Staffel 3 der nostalgischen Erfolgsserie müssen sich Johnny und Daniel bzw. ihre jeweiligen Karateschüler mehr denn je zusammenraufen, da der ultimative Bösewicht John Kreese das Cobra Kai-Dojo zu bisher ungeahnter Brutalität unf Aggressivität führt... 

„Cobra Kai“ Staffel 3 verpasst dem Jahr 2021 einen echten und überfälligen Kickstart. Die ganz großen Euphorie aus den ersten beiden Jahren ist bei mir zwar nicht mehr da - dazu verliert sich die Serie mittlerweile zu oft in doch sehr generischem Teenagerdrama, man muss aufpassen Johnny nicht zu sehr zur Seite zu schieben und einige Kampfsequenzen wirken eher gewollt als gekonnt, zudem wiederholen sich einige Aspekte oder treten auf der Stelle - doch insgesamt ist es noch immer eine meiner liebsten neueren Serien, weit mehr als nur ein Guilty Pleasure. In Staffel 3 bekommt sogar der weiterhin richtig fiese Kreese eine Vergangenheit und Gründe für seine bizarr-bösen, verbitterten und verbissenen, kriegerischen Charaktereigenschaften, die Wiedersehen mit alten Bekannten aus der „Karate Kid“-Reihe sind phänomenal und erstaunlich homogen gelungen, gerade Daniels Reise nach Okinawa ist Genugtuung, Emotion und Retroeleganz pur. Die Allianzen verschieben sich, die Grenzen zwischen „Gut“ und Böse“ eh. Ich hatte mehr als ein Mal Klöße im Hals (Miyagis Briefe, Alis meditative Fähigkeiten als Vermittlerin), die buddycop-artigen Ausflüge von Johnny und Daniel dürfen gerne ausgebaut werden, die enorme Kurzweile und Cliffhanger in Bingeperfektion sind noch immer Spitzenklasse. All das lässt - und das kann ich schon nach fünf Tagen in diesem neuen Jahr sagen - „Cobra Kai“ in ca. einem Jahr auf meiner Serien-Top-Liste sicher nicht fehlen. Und ich habe schon richtig Bock auf Staffel 4 - dann bestimmt mit Terry Silver und eventuell ja sogar Julie Pierce... 

Fazit: nach leichten Startzähigkeiten und etwas Redundanz hat „Cobra Kai“ (jetzt auf Netflix) vielleicht nicht mehr ganz die totale Frische, Energie und Explosionskraft - aber vor allem ab der zweiten Hälfte noch mehr als genug Herz, Charme, Charakter und Nostalgie um viel, viel Spaß zu machen. Macht immer noch verdammt viel richtig! (9/10)

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