Review

Staffel 4 - 8,5/10

Staffel 4


Gegensätze knien sich an

In der vierten Staffel von „Cobra Kai“, die eigentlich schon vor über einem Jahr fertig war und von Netflix bis Silvester zurückgehalten wurde, tun sich Johnny und Daniel zusammen, um ihre Schüler auf das kommende und bisher größte Karateturnier im Tal vorzubereiten. Doch dabei kommen ihnen nicht nur ihre gegensätzlichen Ansätze, Stile und die immer wieder leicht entflammbare Konkurrenz untereinander in die Quere, sondern auch ihr alter Trainer und Widersacher Kreese, der sich mit Terry Silver aus „Karate Kid III“ nun schlagkräftige und hinterlistige Verstärkung geholt hat…

Viel habe ich schon über „Cobra Kai“ geschrieben und vor allem damals beim Start auf YouTube wurde ich eiskalt erwischt und massiv begeistert. Als alter „Karate Kid“-Fan natürlich besonders. Und auch wenn die Magie mittlerweile auf Netflix, ohne den großen Überraschungseffekt und schon im vierten Jahr nicht mehr in jeder Guckminute sitzt - auch Season 4 ist bei mir immer noch super gern gesehen, herzlich willkommen und ziemlich top. Terry Silver verleiht der Chose gehörig Schwung und Schleimigkeit. Nie hätte ich gedacht, dass Thomas Ian Griffith seit seinem Auftritt im dritten Teil der Reihe eigentlich kaum noch etwas filmisch gemacht hat. Zumindest einige B-Movie-Bösewichte (mehr) hätte ich vermutet. Aber außer dem Obervampir in John Carpenters „Vampires“ war da nix. Egal. Jetzt ist er zurück und es ist ziemlich großartig und weitaus realistischer als sein damaliger „Kokaintake“ auf den Charakter. Weitere Highlights sind ein „finaler“ Kampf zwischen Daniel und Johnny, um ein für alle mal zu klären, wer der Stärkere ist, dass Daniels verzogener Sohn in der Schule nun der Bully ist und natürlich das deutlich aufgepumpte Turnier in den letzten zwei Folgen samt unerwarteter Gewinner. Das Feeling stimmt. Der Soundtrack rockt. Einige Darsteller entwickeln sich und ihr Talent weiter. Die Episodenlauflänge ist ideal und knackig. Vielleicht sind's mittlerweile ein paar Figuren zu viel und einige Themen und Handlungen drehen sich im Kreis. Allzu viele Staffeln sollte und kann man das Ganze meiner Meinung nach nicht mehr stretchen. Selbst wenn man sogar Hilary Swank noch bekommen sollte. Spass, positive Retromanie und enorme Kurzweile verbreitet das Ganze dennoch. Erst recht wenn man an die vielen sonstigen suboptimalen Serien zu solchen großen Filmfranchises denkt, macht „Cobra Kai“ doch nahezu alles richtig. 

Fazit: immer noch eines der buntesten, organischsten und unterhaltsamsten Nachworte seit dem Start des Retrobooms. Wenn auch mittlerweile klar im Auf-der-Stelle-tret- und vor allem Guilty Pleasure-Modus! (8,5/10)

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