Review

Staffel 5 - 8,5/10

Staffel 5


Rettung aus Okinawa

In der fünften Staffel bekommt Daniel-san Unterstützung aus Okinawa um Terry Silvas neues Imperium im Valley zu Fall zu bringen. Während Miguel anfangs in Mexiko seinen Vater sucht und Johnny wiederum ihn. Mittendrin natürlich wieder Kicks, Herzschmerz und soapige Momente, in einer der gleichzeitig kitschigsten wie coolsten Shows, die das Streamingprogramm momentan hergibt!

Bungalows und Babes, Bier und Machoismen, Klischees und Retrofaktor,
dieser Kranich zieht manchmal an wie ein politisch korrekter Dieseltaktor! 

Dennoch kann ich mich dem Käse und Kitsch kaum entzieh'n,
egal ob man erwachsen ist oder mal gerade geht bis zu den Knien. 

Wenn Daniel und Johnny (und Chozen!) in der Limo zu „Eye of the Tiger“ steil geh'n,
will ich quasi mitmachen und von meiner Couch jubelnd aufsteh'n.

Die jüngere Generation um Tori und Co. ist dagegen manchmal etwas schwer mitzuschleifen,
kriegt man doch den Eindruck, solche Figuren könnte auch das RTL-Nachmittagsprogramm zeichnen.

Gefühlt wiederholen sich auch etwas die Themen und Szenen,
möchte man sich bei der drölfzigsten Trainingsmontage oder Massenklopperei doch im falschen Film sehnen.

Sein Herz, sein Momentum, seinen besonderen Kick verlieren Johnny & Co. allerdings nicht,
diese alten Herren sind noch weit weg von Arthrose und Gischt!

Selbst wenn man manchmal merkt, dass es sich hier nicht um echte Martial Arts-Asse handelt, 
muss ich doch meist schmunzeln, wer hier mit wem und warum anbandelt. 

Ein wirklich fieser, grau melierter Bösewicht und etliche bekannte Gesichter,
wenn das so weiter geht, fragt man sich am Ende, warum der Caterer von damals war nicht da.

Spaß beiseite, allzu lange muss man dieses Revival zwar nicht mehr zieh'n,
man kann mit ihm jedoch glorreich seinem Alltag entflieh'n.

Humor und ab und zu muss sogar mal etwas Blut fließen,
dennoch will man natürlich nie wirklich Salz in die Wunden seiner Zielgruppe gießen. 

Einfach fluffige Guilty Pleasure-Unterhaltung,
etwas was gut tut und vorangeht, gerade gegen heutigen Hass und die Spaltung.

Denn selbst das Böse hat seine Gründe und Geschichte,
es sind eben nicht alles von Geburt an intrigierende und mobbende Wichte.

Das ist auch der Fortschritt und Unterschied zu seinem Ursprung, „The Karate Kid“,
deswegen gibt diese Serie einem noch mehr als nur leichtfüßiges Entertainment mit. 

Fazit: alte Bekannte, junges Blut, immer heftig zwischen Soap, Retro, Badassigkeit und wirklichem Herz - „Cobra Kai“ lässt auch in Staffel 5 meist die (Lach-)Muskeln spielen. Darf man nur nicht zu ernst nehmen. Ansonsten läuft's trotz etwas Redundanz noch. (8,5/10)

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