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Mitte der 70er Jahre gab es einen Film namens Rollerball, dem es auf sehr actionlastige Weise gelang, Medienkritik zu üben. Er ist mittlerweile ein Klassiker des SF-Actionfilms und zog zahlreiche (eher weniger gelungene) Plagiate nach sich. Das Bekannteste (und eines der besten) dürfte wohl Running Man mit Arnold Schwarzenegger sein. Italien lieferte mit Die Schlacht der Centurions 1983 (also noch vor Running Man) seinen miesen Beitrag.

Der Zombie-Filmemacher Lucio Fulci (Woodoo-Schreckensinsel der Zombies) hielt es 1983 wohl für eine gute Idee, einen Abstecher in das SF-Genre zu machen. Aber seitdem hat er es gelassen. Aus gutem Grund, denn Die Schlacht der Centurions ist ein langweilig-nervtötender Billig-Stuss in Pappkulissen-Soße der seinesgleichen sucht.

Widmen wir uns einmal der dürftigen Story: Im Jahr 2072 gibt es nur noch 2 riesige Konzerne von Fernsehsendern, welche mit Gewaltsendungen um die Gunst des Publikums buhlen. Es gibt nur noch wenige Stars, einer davon ist Drake, der beste Kämpfer der Welt. Als ihm ein Mord angehängt wird, wird er verpflichtet, wie ein Gladiator gegen Schwerverbrecher um sein Leben zu kämpfen…

Hört sich viel versprechend an? Richtig, aber echte Action und etwas Gemetzel gibt es leider nur gegen Ende des Films zu sehen. Der Rest ist bemüht, mit flackerndem und leuchtendem Licht, schlechten Tricks und billigen Bauten ein Hauch von Blade Runner- oder Rollerball-Atmosphäre aufkommen zu lassen. Allerdings erinnert das so gar nicht an Blade Runner, sondern eher an die kultige, preisgünstige Raumschiff Enterprise-Serie. Auch wurden fast über den gesamten Film hinweg nervtötende Brumm-, Surr-, Pfeiff- und Dröhn-Effekte eingebaut, die wohl den technischen Fortschritt suggerieren sollen, aber bei verkaterten Zuschauern zusammen mit dem Lichtflackern eher Kotzkrämpfe auslösen. Der sonstige „Soundtrack“ des Films beschränkt sich zudem scheinbar nur auf ein Thema. Spannung kommt leider kaum auf und der Mittelteil des Films ist leider so langweilig und sinnlos, dass sich der Zuschauer fragt, wann so etwas wie die Handlung endlich mal weitergeht.
 
Die Darsteller bleiben durch die Bank enorm blass und wirken austauschbar. Die Dialoge nerven mit ziemlich sinnlosem Technik-Gelaber, das Drehbuch als Ganzes hingegen ist aber nicht übertrieben hohl. Das Einzige was hier halbwegs gelungen ist, ist die letzte Viertelstunde, in der es etwas Motorrad-Kampf-Verfolgungs-Action gibt - sonst ist tote Hose.

Trash ist also angesagt, wohin man schaut. Leider ist der nicht beabsichtigt und nur selten freiwillig oder gar unfreiwillig komisch. So etwas wie Medien- oder Gesellschaftskritik bleibt leider auch in wenigen Ansätzen stecken und scheint nie primär beabsichtigt gewesen zu sein. Wer einen blutrünstigen Metzelfilm erwartet wird ebenso enttäuscht sein wie der normal-durchschnittliche Science-Fiction-Fan. Einzig Fans des 80er-Jahre-Italo-Trashfilms könnten daran Gefallen finden. Einige von Fulcis Zombie- und/oder Horrorfilmen waren um Klassen besser.

In Anbetracht des sonstigen Oeuvres von Fulci bestätigt Die Schlacht der Centurions ein altgedientes Sprichwort: „Schuster bleib bei deinen Leisten…“ – Schlicht und ergreifend ein schlechter Film.

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