Review

Die Cops Mike und Steve geraten mit ihrem jugendlichen Mitfahrer Kenny in einen Banküberfall. Leider sind die Täter militärerfahrene Söldner und äußerst skrupellos.


Bei Nicholas Cage muss man ja immer mal mit derbem Overacting oder gleich mit Trash für die Tonne rechnen, entsprechend vorsichtig muss man an seine Filme rangehen, die Erwartungshaltung niedrig halten. Dann klappt es auch mit Überraschungen wie diesem soliden Cop-Thriller.


Die Story um Söldner, die eine Bank überfallen, Geiseln nehmen und sich mit Cops ein Gefecht liefern, ist ziemlich dünn und nicht sonderlich innovativ. Speziell die Söldner sind auch nicht die hellsten Kerzen auf dem Kuchen, denn ihre Entscheidung die Bank zu überfallen, anstatt auf anderem Wege an ihr Geld zu gelangen, ist bestenfalls fragwürdig. Die Art ihrer Flucht ist dagegen deutlich von Dummheit und Selbstüberschätzung geprägt. Denkende Menschen schütteln da zwangsläufig den Kopf.
Eine ziemlich überflüssige Interpolagentin, die von einem Minimoment im Finale für die Geschichte keine nennenswerte Relevanz besitzt, wirkt wie ein Fremdkörper, nervt aber immerhin nicht.
Soweit so mäßig.

211 beginnt nach einem ordentlichen Eröffnungsgefecht ein bisschen wie ein Katastrophenfilm. Da werden ein paar Figuren in beinahe alltäglichen Situationen gezeigt und erhalten wenig, aber ausreichend Profil, dass man sie mögen kann und emotional ein bisschen mitgeht.
Der Thriller ist zudem solide gespielt. Besonders Cage verzichtet auf sein bekanntes Cage-Acting und liefert als Cop kurz vor der Pensionierung eine stabile Leistung. Auch der restliche Cast performt okay.

Während also die erste Hälfte insgesamt eher ruhig angelegt ist, ballern die Söldner in der zweiten Hälfte aus allen Rohren. Das Tempo ist hoch, Pausen gibt es kaum, so dass diese knapp 40 Minuten sehr unterhaltsam und teils auch leidlich spannend geraten. Sehr angenehm fand ich auch, dass die Explosionen wohl nicht aus dem Computer stammen. Handwerk ist heutzutage ja wirklich ein Qualitätsmerkmal.


Entgegen den vielen vernichtenden Kritiken fand ich das bleihaltige Treiben sehr unterhaltsam und von York Shackelton auch solide inszeniert. Platz nach oben ist freilich reichlich vorhanden, denn 211 ist natürlich kein Meisterwerk, sondern saubere B-Liga mit gut gelauntem Cage.

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