Review

Der Hunger der Einsamkeit 


Immer wenn man denkt, dem Subgenre „Zombiefilm“ könnte man nichts Neues mehr abgewinnen, kommt von irgendwo ein schöner Titel daher, der doch die Hoffnung weckt und für eine gewisse Zukunft dafür sorgt, dass man auch weiterhin hier und da mal einen Untotensnack in filmischer Form zu sich nehmen wird. Egal wie sehr einem das Thema aus dem Hals raushängt. Der französische Survival-Zombie-Indie-Tipp „The Night Eats The World“ ist ein solcher Hoffnungsschimmer. Und dabei macht er eigentlich gar nichts sonderlich neu und herausragend - er funktioniert in sich dennoch ausgesprochen gut, wirkt rund, sehr intim und aufrichtig, man fühlt innig mit dem Protagonisten und seine Klaustrophobie bzw. eher das Alleinsein werden einfach stark, fühlbar, glaubhaft eingefangen. 

Bei der Handlung kann man sich kurz fassen: Paris. Party. Zombieepidemie. Durch Glück einziger Überlebender im Haus/auf dem Dachboden. —> Viel Freizeit und Momente, sich mit sich selbst zu beschäftigen... „The Night Eats The World“ klingt nicht nach viel, es ist auch gar nicht mal so leicht einem den hier schmackhaft zu machen, zu verdeutlichen, warum er so gut funktioniert. Und dennoch ist er meiner Meinung nach einer der besseren seines modernden, überlaufenen Fachs. Zumindest als letzter Zeit. Die Balance aus Spannung und Witz ist ehrlich und herzlich, der immer vereinsamendere Herr im Dachgeschoss kommt einem auch ganz ohne viele Worte sehr nah, die Situation wirkt trostlos und authentisch, genau so denkbar. Zudem gibt's mit „Alfred“ noch einen sehr coolen und jetzt schon ikonischen Zombie im Paternoster, im letzten Drittel gibt’s nochmal einen ziemlichen Tiefschlag und allgemein wird hier sehr gut ausgedrückt/zur Diskussion gestellt, ob es sinnvoll ist, recht sicher allein daheim zu bleiben oder mutig nach neuen, riskanteren Ufern und Hoffnung, anderen Menschen zu suchen. Sehr passend zu unser aller aktuellen Situation... 

Fazit: eine Ode ans Alleinsein. Oder eher gegen es. Einer der ruhigeren, besseren Zombiefilme der letzten 10 Jahre. Für Fans von „The Battery“ bis „Rammbock“. Intelligent und intim. Emotional vor allem. Gut gespielt. Zombies, sind nicht immer das größte Problem... 

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