Jean-Claude Van Damme kämpft in einer post-apokalyptischen Welt gegen mordende Piraten.
Story:
In einer etwas weiter entfernten Zukunft wurde die Menscheit durch Kriege und Seuchen praktisch ausgerottet. Nur noch wenige Überlebende ziehen durchs Land. Wissenschaftler haben ein Gegenmittel gegen die krassierende Seuche entdeckt und schicken einen Cyborg Richtung Atlanta, wo man es zu produzieren beabsichtigt. Unterwegs trifft Outlaw Gibson (Van Damme) auf diesen Cyborg und begleitet ihn. Dummerweise kidnappen Piraten um den brutalen Anführer Fender den Cyborg und prügeln Fender fast zu Tode. Auf Rache sinnend wartet er in Atlanta auf seine Peiniger und es kommt zum blutigen Showdown...
"Cyborg" ist ein durch und durch typisches B-Movie, dem nicht gerade enorm viel Budget zur Verfügung stand. Das sieht man einerseits an den etwas tristen und billig wirkenden Kulissen, andererseits aber vor allen an den "Schauspielern". Selten habe ich so eine schlechte darstellerische Leistung gesehen wie hier. Man könnte glatt meinen, der Regisseur hätte ein paar Rumtreiber von der Straße gefragt, ob sie nicht mal Lust hätten, in einem Film mitzuspielen. Viel mehr als Gebrülle und andere Laute bekommen die Darsteller nämlich nicht gebacken.
Dazu kommt noch eine Synchro, die wirklich fast schon unter aller Sau ist. Völlig unpassend und unmotiviert haben die Sprecher ihren Text runtergeleiert, dazu noch möglichst sinnfreie Dialoge, die einen erschaudern lassen.
Auf der Habenseite stehen immerhin einige recht brutale Fights und Schusswechsel, die den Film vor dem Abgrund retten. Zwar sind an manchen Stellen ganz deutlich die Schnitte für das R-Rating zu sehen (mal wieder unverständlich, warum nicht der Unrated-Cut veröffentlicht wurde), aber alles in allem ist die Action - typisch 80er eben - dennoch recht brutal ausgefallen und steht zumindest in dieser Hinsicht weit über heutiger Mainstreamware. Dennoch steht außer Frage, dass Van Damme es wesentlich besser kann als das, was er hier zeigt. Das liegt vor allen daran, dass trotz der zahlreichen Opfer einfach nicht so recht Spannung aufkommen will und die meisten Tode immer nach dem selben Schema ablaufen. Positive Ausnahme ist nur das Abhacken der Hand und das Aufspießen des Oberbösewichts an einem Fleischerhaken.
Völlig unnötig hingegen sind die vielen Rückblenden auf Gibson's Vergangenheit, als er eine Familie beschützt und diese dann durch die Piraten verloren hat. Diese Szenen wirken schon beinahe wie Fremdkörper und passen überhaupt nicht so recht zum übrigen Film. Und schauspielern kann und konnte Van Damme eh nie wirklich, von daher nimmt man ihm die gekünstelt wirkende Trauer bzw. Wut auch nicht ab. Ebenfalls vollkommen für die Füße ist der Soundtrack, der zu keiner Zeit den Film dramaturgisch richtig untermalen kann oder in irgendeiner Weise Spannung aufkommen lässt.
Fazit: Ein durchschnittlicher Van Damme-Film, der nur durch brutale Kämpfe in die Mittelklasse gehoben wird. Einmal Anschauen reicht völlig, denn die "Schauspieler" bleiben einem sowieso nicht im Gedächtnis haften, genauso wenig wie die dünne Story.
5 von 10 Punkten (deutsche Version)
6 von 10 Punkten (Originalversion)