Ich lege die rosarote Alles-ist-klasse-Kult-aus-den-80ern-Brille beiseite und stelle fest:
Nüchtern betrachtet, ist CYBORG in der ungeschnittenen Version eine simple Story, die außer Jean-Claude van Damme am Anfang seiner Karriere und unzählig vielen brutalen Fights nichts zu bieten hat. Ja, natürlich will MANN das sehen, wenn er einen solchen Film in den Player legt. Doch die Endachtziger sind lange vorbei und heute muss ich gestehen, dass CYBORG storytechnisch ziemlich flach ausgefallen ist im Vergleich zu anderen SF-Action-Vehikeln jener Zeit. Der Film wirkt kostengünstig in Szene gesetzt.
Jupp, die Kämpfe in den Fabrikanlagen wirken hammerhart, doch kulissenmäßig wurde wenig variiert. Da ist eine schier endlose Verfolgungsjagd zu Fuß über eine Naturlandschaft schon das höchste der Gefühle an Variation.
Ansonsten durfte Van Damme so richtig hinlangen. So brutal wirken seine aktuellen Filme nicht mehr.
Wer ausdauernd genug war, erfreut sich in unseren Tagen auch über eine ungeschnittene Version des Films im heimischen Free-TV.
Die deutsche Synchronisation des Obermotzes ist eine stimmliche Schande und wertet den Actionfilm beinahe ab.
Als Kind der Achtziger gebe ich trotzdem 6 Punkte, wenn auch stark aus sehr nostalgischen Gründen.
6 von 10 wild brüllenden Fleisch-Piraten.