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Neugierig beobachtet der kleine Luther (Carlton Williams), wie ein Zirkusfreak (Tom Brittingham) einem Huhn den Kopf abbeißt. Von der sensationslüsternen Menge unachtsam zu Boden gestoßen, schlägt er sich die Zähne aus. Den Geschmack von Blut im Mund, spürt er plötzlich eine seltsame Verbundenheit zu dem bedauernswerten Freak. Viele Jahre und einige Morde später treibt es den frisch aus dem Gefängnis entlassenen Luther (Edward Terry) auf einen Bauernhof, auf dem eine geschiedene Mutter (Joan Roth) mit ihrer Tochter (Stacy Haiduk) lebt. Es dauert nicht lange, bis der ungebetene Gast sich als nicht gesellschaftsfähig erweist…

Nach dem exzellenten Prolog leistet der eigenwillige Horrorfilm sich wohl die eine oder andere Ungeschicklichkeit, findet aber rasch wieder Anschluss an das Niveau, das der Einstieg versprochen hat. An dem abgelegenen Spielort entbrennt ein Schweiß treibendes Kräftemessen, das unaufhaltsam auf ein ebenso verstörendes wie tragisches Finale zusteuert. Dass Regisseur Carlton J. Albright mit seiner exzentrischen Geschichte über Andersartigkeit nicht zuletzt auch gesellschaftliche Anpassungszwänge und Ausgrenzungsmechanismen paraphrasiert, macht den Film zu einem doppelbödigen Kleinod, das von jenen unterbewussten Ahnungen durchwirkt ist, aus denen sich die beunruhigende Kraft moderner Mythen speist.

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