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Nur für einen Schluck Whiskey beißt ein Geek einem Huhn den Kopf ab. Eine Sensation auf den Jahrmärkten in den 30er Jahren, wobei es hier auch zu einem Unfall kommt. Ein Mann schleudert den kleinen Luther zu Boden, der fast alle seine Zähne verliert. Doch der Geek hat ihn so fasziniert, dass er sich später ein Metallgebiss anfertigen lässt, um damit Menschen in den Hals zu beißen und ausbluten zu lassen.
Eine etwas schräge Idee, die Eintagsfliege Carlton J. Albright (auch Drehbuch) hier vom Stapel lässt, jedoch hätte er sich ausführlicher um Luther kümmern müssen. Wir bekommen nur kurz mit, dass er als Teenager Leute zu Tode gebissen hat, doch seine eigentliche Entwicklung zum Geek wird uns vollständig vorenthalten. Nach zwanzig Jahren Haft und vorbildlicher Führung, soll er nun entlassen werden. Aber wer entlässt schon einen herum gackernden Mehrfachmörder?
Richtig gehört, Luther (Edward Terry) kann nicht sprechen, sondern gackert die ganze Zeit wie ein Huhn, was den Film teilweise lächerlich macht. Denn eigentlich ist "Luther the Geek" ein bierernster Horrorfilm, den die kurze Laufzeit von gerade mal achtzig Minuten über die Distanz rettet.

Albright fackelt hier nicht lange, oder vergeudet Zeit in dem er zuerst alle Figuren einführt, sondern Luther darf sofort sein Umwesen treiben. Erst bestiehlt er einen Ladenbesitzer, dann beißt er eine alte Frau zu Tode, weil sie ein Hühnerei fallen ließ. Logisch, dass gleich wieder die Polizei hinter Luther her ist. Doch Luther kann sich im Wagen von Hilary (Joan Roth) verstecken und landet auf einer abgelegenen Farm.
Albrights Erzähltempo geht dabei in Ordnung und auch mit dem unheimlichen Score hat man gute Arbeit geleistet. Was die Sache noch interessanter macht, ist Luthers Kompromisslosigkeit und seine Unberechenbarkeit. Er scheint wirklich eher wie ein Tier zu denken und räumt jegliche Gefahr gleich aus dem Weg. Plötzlich tauchen da noch Hilarys Tochter Beth (Stacy Haiduk) und ihr Macker Rob (Thomas Mills) auf, damit Luther auch ein bisschen was zu tun bekommt. Hilary hebt er sich auf und fesselt sie ans Bett, während für Beth und Rob der Todeskampf schon begonnen hat. Richtig spannend will "Luther the Geek" dabei nie werden und ganz besonders Beth strapaziert die Nerven des Zuschauers, weil sie es nicht mal gebacken bekommt ihre Mutter zu befreien.

Um den niedrigen Bodycount etwas zu unterstützen, muss auch noch ein unschuldiger Jäger dran glauben und auch ein Polizist darf noch auftauchen. So hat Albright dafür gesorgt, dass Luther stets etwas zu tun hat und für uns keine Durststrecken entstehen. Blutige Details gibt es dabei nur wenige, jedoch darf bei Luthers explizisten Bissen das Blut schon ordentlich suppen. Was gegen Ende noch zu stören vermag, ist das nicht mehr enden wollende Geschleiche durch die Scheune, welches immerhin mit einem Zweikampf zwischen Geek und Polizist endet. Richtig peinlich wird es nur, wenn Luther und Hilary sich gegenseitig angackern und überhaupt ist das Ende des Geeks etwas enttäuschend geraten.
Die Darsteller reißen keine Bäume aus, machen ihren Job aber ordentlich, besonders Edward Terry als Luther. Stacy Haiduk (Salt, No Answer), welche hier die nervige Beth verkörpert, ist die einzige etwas bekanntere Komponente.

Ein relativ solider Horrorfilm ohne Spannungspitzen, aber recht rasant erzählt. Leider sind einem die Figuren völlig egal und das ständige Gegacker des Geeks macht die Sache fast lächerlich. Auch in Punkto Gore wird eher wenig geboten, dennoch ganz passabel gemacht und unterhaltsam.

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