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Hätte es jemals eine Parodie auf "Henry: Portrait of a Serial Killer" gegeben, sie hätte wohl "Luther the Geek" heißen müssen. Zunächst erweckt der Film tatsächlich den Anschein, den besagten Klassiker durch den Kakao zu ziehen. Und man fragt sich unweigerlich, ob der gackernde, im Supermarkt reihenweise rohe Eier fressende Psycho-Glatzkopf mit Namen Luther Watts wirklich Ernst gemeint war..?

Auch die Story selber ist weder sonderlich komplex noch ausgefeilt: Nach zwanzig Jahren in der Psychiatrie zieht der ehemalige "Sideshow Freak" Luther Watts durch die amerikanische Provinz, um eine Mutter und ihre Tochter in ihrem einsamen Landhaus zu tyrannisieren. Mehreren Leuten beißt Luther dabei wie einst der Bond-Beißer mit seinen Stahlzähnen die Kehle durch...

Was in der Tat zunächst wie eine Parodie beginnt, entwickelt sich als gar nicht mal so üblicher Nachzügler in Bezug auf das klassische Grindhouse-Terrorkino der Siebzigerjahre. Zwar ist die schlichte und auf einen sehr kleinen Personenradius beschränkte Handlung aus heutiger Sicht kein Überflieger mehr, jedoch durchaus spannend und mit einigen Härten versehen. Der etwas arg ausgedehnte Showdown findet selbstredend im Hühnerstall statt.

Gottlob hat man mit dem wohl gerade mal 1,52 Meter großen Edward Terry einen Darsteller für die Titelfigur gefunden, der durchaus in der Lage ist, den kranken Luther zu verkörpern, ohne ihn dabei gleich zur albernen Witzfigur verkommen zu lassen. Seine Performance hat mich rein vom Auftreten her ein wenig an einen Tom Noonan oder Clint Howard erinnert.

Fazit: Auch wenn die Story etwas old-fashioned und nicht mehr so ganz neuwertig ist, hat man schon Schlechteres im Troma-Sortiment gesehen. Eine anfängliche Parodie wird zum kleinen fiesen Home Invasion-Reißer. Solide sechs Punkte dafür!

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