Review
von Leimbacher-Mario
Die haben doch 'ne (A)Meise!
Lieber nochmal „It Came From The Desert“ oder „Eight-Legged Freaks“ gucken! Das habe ich mir während „Dead Ant“ leider zu häufig gedacht. Von „Tremors“, „Spinal Tap“ oder „Them!“ ganz zu schweigen, von denen hier Komponenten aufgegriffen werden... In der trashig-flachen Tier-Horror-Komödie will eine alternde One-Hit-Wonder-Rockband aus den 80ern heutzutage auf dem Coachella-Festival ein grandioses Comeback feiern - blöd nur, dass sie während eines schamanischen Drogentrips auf dem sandigen Weg dorthin einen Fluch auf sich ziehen, bei dem sie von einer Armee immer größer werdender Ameisen verfolgt werden...
„Dead Ant“ bietet absolut gar nichts, was man nicht schon besser gesehen hat. Und das oft um ein Vielfaches. Die Kills und Splattereien sind z.B. absolut unterwältigend und unterdurchschnittlich, nackte Tatsachen werden nur durch das Intro vorgegaukelt und versprochen, nie gehalten, die Jokes gehen aufs Haus und ziehen selten. Am ehesten noch bei Sean Astin, bei dem man sich aber wundert, wie der nach seiner „Stranger Things“-Renaissance hier landen konnte und der eh schon früh (und noch am spektakulärsten) den Löffel abgibt. Hier wird nur über Sideboobs gesungen, statt sie zu zeigen. Lahm. Das Finale ist von „Mars Attacks!“ geklaut, nur in enttäuschend und plötzlich, sowohl die Insekten als auch die Wunden bestehen meist ineffektiv aus Bytes und Pixeln, das Ding rockt weder noch hält es durchgehend mit typischen Tiertrash-Sehenswürdigkeiten bei Laune. Alles nur sehr basic, sehr schmalspurig. Selbst der Schamane und seine kleiner Kumpel bleiben komplett hinter ihren Möglichkeiten und ihrem Potenzial. Auch das Festival am Ende wirkt eher wie ein dreißigster Geburtstag in der Wüste als das Coachella. Das ist insgesamt und an jeder Ecke einfach mindestens eine Biegung zu früh. Da gucke ich zu oft auf die Uhr. Da lockt selbst das Handy, was ich eigentlich beim Filmegucken immer vermeide und weit weg lege. „Dead Ant“ ist aber einfach kein allzu fesselnder Zeitvertreib...
Fazit: Rocker gegen Krabbler, Metal gegen Insekten, alternde Machos gegen Ameisen, Chaos gegen Coachella - „Dead Ant“ bringt ein paar Schmunzler, überzeugt mich insgesamt mit seinen schwach computergenerierten Ameisenmassen und wenigen Opfern aber deutlich zu wenig. Starship Poopers.