Um den italienischen Zombiefilm ist es in den letzten Jahren merklich ruhiger geworden, der letzte bemerkenswerte Beitrag war „Dellamorte, Dellamore“ von 1994. Insofern wäre es für Regisseur und Co-Autor Daniele Misischia eine gute Gelegenheit gewesen, an die Erfolge von Fulci und Argento anzuknüpfen, doch über die gut gemeinte Prämisse kommt sein Werk kaum hinaus.
Geschäftsmann Claudio (Alessandro Roja) befindet sich im Bürokomplex auf dem Weg zu einem wichtigen Geschäftstermin, als der Fahrstuhl stecken bleibt. Per Handy nimmt er Kontakt mit seiner Ehefrau auf, die von Unruhen auf Roms Straßen berichtet. Als Claudio die Fahrstuhltür einen Spalt öffnet, wird er Zeuge, wie Mutierte seine Kollegen überwältigen…
In mindestens zweierlei Hinsicht ist die Ausgangslage ein mutiges Unterfangen: Einerseits der eingeschränkte Handlungsraum, andererseits ein Protagonist, der alles andere als sympathisch erscheint, da er sich arrogant verhält und Frauen nicht gerade wertschätzend betrachtet.
Doch Claudio hat Glück im Unglück, da sein unfreiwilliger Käfig gleichermaßen als Schutz vor Angreifern dient, welche in regelmäßigen Abständen versuchen in den Schacht zu gelangen.
Leider wird aus dem Sujet zu wenig herausgekitzelt und nach einer Weile wiederholen sich die Vorgänge. Eindrücke vom Geschehen außerhalb werden lediglich durch Mitteilungen und Bilder auf dem Handy offenbart, vor dem Lift werden Mitarbeiter regelmäßig von Infizierten angegriffen, während Claudio zwar ein wenig seines emotionalen Kerns offenbart, handlungstechnisch jedoch zu inaktiv bleibt und zudem zu weinerlich daherkommt.
Das ändert sich auch mit dem Erscheinen des Polizisten Marcello (Claudio Camilli) kaum. Im Gegenteil, anstatt im letzten Drittel auf die Tube zu drücken, nehmen unnötig lange Dialogpassagen Fahrt heraus und viel zu spät fällt dem Eingeschlossenen ein, dass er vielleicht mal an die Möglichkeit eines Ausstiegs denken könnte.
In Sachen Blutvergießen hält sich das Treiben eher bedeckt. Speziell im ersten Drittel zeugen lediglich Schreie im Off von diversen Ableben, später finden Tötungen im eingeschränkten Sichtfeld Claudios statt. Es bleiben einige blutige Einschüsse, wobei manche Blutspritzer recht deutlich aus dem Rechner stammen.
Trotz der souverän geführten Kamera und dem tauglichen Score, dessen Hauptthema (einmal mehr) an „28 Days Later“ angelehnt ist, zündet die kammerspielartige Atmosphäre nur bedingt. Roja und später Camilli performen okay und die Ausstattung bei den rar gesäten Außenaufnahmen fällt zumindest zweckdienlich aus.
Storytechnisch wäre trotz des minimalistischen Setting deutlich mehr drin gewesen, zumal dem Treiben kaum Tiefe anhaftet und so etwas wie Auflockerungen oder gar Augenzwinkern erst gar nicht vorzufinden sind. Mit 102 Minuten Laufzeit ist der Streifen merklich zu lang ausgefallen, dem überdies im letzten Drittel die dramaturgische Steigerung fehlt.
Die anfänglich interessante Konstellation verkommt im Verlauf zu einem willkürlichen Schauplatz, der seine ohnehin schon eingeschränkten Möglichkeiten kaum zu nutzen weiß.
5 von 10