Mitten in Rom ist eine Zombie-Seuche ausgebrochen, die zunächst im allgemeinen täglichen Verkehrschaos untergeht - doch Geschäftsmann Claudio Verona (Alessandro Roja), der sich gerade zu einem wichtigen Geschäftstermin chauffieren läßt, wird deren Auswirkungen schon bald zu spüren bekommen. Als sich der Anzugträger, ein eher arrogant und wenig empathisch auftretender Enddreißiger gerade im Lift zum Besprechungsraum im oberen Stockwerk des großen Gebäudes befindet, ahnt er jedoch noch nichts davon, im Gegenteil, er betatscht eine der Sekretärinnen, mit denen er bereits eine Affäre hatte. Die hingegen läßt ihn abblitzen, doch für Claudio viel schlimmer ist, daß der Aufzug plötzlich stecken bleibt, als er wieder alleine weiter nach oben fahren will. Sämtliche Anrufe bei Mitarbeiterinnen und Servicetechnikern bleiben ergebnislos, so sehr er die Leute auch anschnauzt. Als ihm schließlich seine Frau von seltsamen Geräuschen zuhause berichtet, bekommt er es langsam mit der Angst zu tun, da er ihr in seiner mißlichen Lage auch nicht helfen kann. Die Türen des zwischen zwei Stockwerken festsitzenden Lifts bringt er nur einen spaltweit auf, zu eng, um hindurchzuschlüpfen. Das ist im Übrigen auch besser so, denn schon bald erscheinen die blutdürstigen Gesellen...
Eine Zombie-Invasion aus der Sicht eines im Lift feststeckenden Bürohengstes ist mal etwas Anderes, zumal die Perspektive sich vornehmlich auf den Blickwinkel eines etwa 30cm breiten und 1 m hohen Spalts beschränkt, der nur ein sehr eingeschränktes Mitverfolgen der Geschehnisse draußen ermöglicht. Claudio (und somit dem Zuschauer) präsentieren sich meist nur blutverschmierte Fratzen und ausgestreckte Arme, die den Geschäftsmann in seinem etwa 6 Quadratmeter großen Käfig zwar nicht erreichen können, aber dennoch zusehends an seinen Nerven zerren.
Hier liegt auch das größte Problem des Films, nämlich der Hauptdarsteller selbst, der relativ unsympathisch rüberkommt (seinen jungen Aushilfs-chauffeur, der ihm ein Kompliment macht, läßt er mit einer geringschätzigen Bemerkung abfahren und sein Befehlston den Lift-Technikern gegenüber ist auch alles andere als verbindlich), bei dem - bedingt durch die neue Situation - allerdings eine charakterliche Wandlung angedeutet wird, die man ihm jedoch zu keiner Zeit abnimmt: Als seine meist abschätzig behandelten Kollegen draußen auftauchen, muß er als Hilfesuchender freundlicher werden; als diese von den Monstern angefallen werden und sich schließlich selbst in Zombies verwandeln, die ihn ebenfalls beißen wollen, muß er sich mit einer improvisierten Waffe (und später einer echten) verteidigen, worüber er tatsächlich Gewissensbisse bekommt. Trotzdem will sich für ihn keinerlei Sympathie einstellen, auch später nicht, als er dann Unterstützung bekommt und mit einem weiteren Protagonisten halbwegs vernünftig kommuniziert.
Dieser andere ist ein Polizist, ein Mitglied einer Spezialeinheit und immerhin bewaffnet (und leider viel zu "amerikanisch" auftretend) dem es gelungen ist, durch den Liftschacht von oben in die Kabine zu gelangen. Schaffen es die beiden Männer nun, der Bedrohung von außen Herr zu werden? Während es die ganze Zeit nicht gelingt, die Türen aufzustemmen, unternehmen die beiden seltsamerweise keine Anstrengung, den Käfig auf dieselbe Weise zu verlassen wie der Polizist hereingekommen ist. Das ist zwar kein ausgesprochenes Logikloch, fällt aber dennoch auf in einem Film, der sich sämtliche weiteren Erklärungen über Herkunft und Dauer der Zombie-Plage spart.
Das minimalistische Setting deutet auf ein geringes Budget hin, das jedoch zu keiner Zeit negativ auffällt; die Metzelszenen (Kopfschüsse oder auch ein zertrampelter Schädel) werden angemessen ausführlich gezeigt und mit rotem Kunstblut wird ebenfalls nicht gespart, wobei hauptsächlich der Lift und der davor befindliche Gang kräftig eingesaut wurden. Auch die spätere Drohnenperspektive weitgehend leerer Straßen kann sich sehen lassen wie auch der Score das Unangenehme, Lauernde der Situation wirkungsvoll unterstützt. Der im italienischen Original In un giorno la fine betitelte Film verzichtet auf ein großes Finale und nimmt auf das mehr oder wenige offene Ende durch das Fragezeichen im englischen Titel The End? schon von vornherein Bezug - man darf sich selbst ausmalen, wie es weitergehen könnte. Naja, oder auch nicht...
Fazit: Ein (weiterer) Zombiestreifen, der durch seine klaustrophobische Location zu punkten weiß, mangels sympathischer Charaktäre oder ungewöhnlicher Ideen jedoch kaum aus der Masse der Untoten-Filme herausragt. 5,8 Punkte.