Review
von Leimbacher-Mario
Bilder raus(ch)
Wer das mit David Lynch vergleicht, hat die Kontrolle über sein Leben verloren... „Memento Mori“ erzählt von ein paar Teenagern die eine rauschende und hochprozentige Hausparty feiern - und dabei gerät vor allem ein Mädchen in Kontakt mit einer düsteren Macht...
„Memento Mori“ ist ein belgischer Party-Horror-Trip der prätentiösesten und billigsten Sorte. Ein paar Töne des Scores, ein paar Bildkompositionen, die allgemeine Atmosphäre - all das stimmt hier in Teilen, zielt trotz sicher geringer Mittel recht hoch, sieht oft schnieke genug aus. Bei gedämpften Erwartungen. Doch die meiste Zeit ist das ein sehr schwer genießbarer und trotz seiner kurzen Laufzeit zäher Cocktail. Giftig und nicht halb so cool und talentiert, wie er meint zu sein. Eher Tütensuppe als Talent, eher bemühte Abschlussarbeit als Empfehlung für Höheres, eher Reiz statt Rave, eher kein Bock als echter Schock. Eher Kirmes statt „Climax“. Nur der Kameramann kann was. Ansonsten alles nur Glasur - darunter leider nicht mehr als Vorbilder, Versuche und Verarsche. Im Rausch der Rinne. Eine Visitenkarte, die man zügig weiterverschenkt. Da ist jede beliebige Abi-Vorfinanzierungsparty spannender. Selbst wenn man diese nur auf Video sieht und gar nicht dabei war... Viele experimentelle Musikvideos ergeben mehr Sinn. Und machen auch mehr Freude.
Fazit: Nicofast Blindlings Äff'n. Audiovisuell sicher nicht total talentfrei. Der Rest riecht arg muffig. Oder um es mit den Worten des guten Hanspeter zu sagen: How Much Is This Fish?! Ohne Punkt und Madonna.