Review

City of Devil


„Tigers Are Not Afraid“ ist in nahezu jeder Liste der „besten Horrorfilme der 2010er“ zu finden - und das völlig zu recht! In der modernen mexikanischen Gruselmär trifft ein junges Mädchen in den Straßen der düsteren Hauptstadt auf eine Gang etwa gleichaltriger Jungs, auf fiese Gangster und Kinderfänger, auf Zusammenhalt und Hoffnung, auf Armut und den schaurigen, herbeigewünschten Geist ihrer ermordeten Mutter... 

„Vuelven“, wie er im Original heißt, hat viel von den früheren Werken Del Toros gelernt, ist eine Schauergeschichte mit ganz realen Themen, die grausamer und erdrückender nachwirken, als es jeder Jumpscare der Welt je könnte. Der Dreck und die Graffitis an den Drehorten wirken echt und fühlbar, die sehr jungen Kinderdarsteller machen ihre Sache famos und dass es tatsächlich Hauptstädte unserer westlichen Welt gibt, an denen sowas zur Tagesordnung gehört, an denen tatsächlich kleine Kinder auf sich alleine gestellt durch die Straßen ziehen und sich abends mal gruselige, mal witzige Geschichten erzählen, ganz nebenbei jederzeit mit der Organmafia um der nächsten Ecke rechnen müssen - das ist massiv schockierend, falsch, verstörend. Rechnet man dazu dann noch (nicht nur für seine Gewichtsklasse) ganz feine Effekte hinzu, eine punktgenau, knackige Laufzeit und trotz allem positiv stimmende, lyrisch-melancholische Untertöne, dann kann ich „Vuelven“ nicht nicht als modernen Klassiker ansehen. Und seine Regisseurin Issa Lopez als massives Talent, von der ich schnellstmöglich mehr in dieser weitläufigen Genreschublade sehen möchte.   

Fazit: „The Devils Backbone“ trifft „City of God“, Bunuel trifft Blumhouse - „Tigers Are Not Afraid“ aka „Vuelven“ ist ein fantasiereiche und gleichzeitig doch extrem authentische, strassensmarte Horrorpoesie, die akute Themen, wundervolle Bilder und kreative Schauer in ein großes Gesamtpaket packt. Düster und doch hoffnungsvoll. Unumgänglich für Genregucker! 

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