Review

Staffel 3

So, die dritte Staffel des Doctors also. And that’s where things get complicated… In den ersten beiden Staffeln gab es einige Einzelfolgen, die nicht mehr erhalten sind, und die vierte Geschichte, Marco Polo. In der dritten Staffel wird dieses Loch riesig.
In den Sechzigern und Siebzigern kam man bei der BBC auf die grandiose Idee, Geld zu sparen, indem man alte Sendebänder neu bespielte. Da es damals weder Heimkino in großem Stil noch nennenswerte Wiederholungen gab (zu wenig Sender), dachte niemand, dass man die alten Doctor-Who-Folgen noch brauchen würde. So wurden praktisch die ersten 11 Jahre komplett geshreddert. Da die Pertweestaffeln komplett in Amerika gelaufen waren, hatte man da leichten Zugang zu den Folgen. Bei Hartnell und Troughton ist die Sache schwieriger. Überraschend viele Folgen konnte man tatsächlich auftreiben, aus irgendeinem Grund liegen die Audiospuren sogar komplett vor (ich glaube, ein Fan hatte die damals schon mitgeschnitten), ein paar Folgen wurden animiert.
Deshalb wird dieses Review leider etwas lückenhaft, da ich weder die Folgen, die verloren sind, kenne, noch die Bücher bisher gelesen habe (Ausnahmen: Mission to the Unknown und The Dalek’s Masterplan).
Das betrifft gleich die erste Folge, Galaxy 4. Kann ich nichts zu sagen, sorry. Mission to the Unknown ist aus drei Gründen etwas Besonderes: 1. Es ist das einzige Abenteuer der gesamten klassischen Serie, das nur aus einer Folge besteht. 2. Es ist die einzige Folge der gesamten Serie, in der kein aktuelles Mitglied des Hauptcasts auftritt. 3. Es ist ein Prequel. Ein paar Raumfahrer treffen auf die Daleks und werden reduziert. Das vorhergehende Abenteuer war noch mit der zweiten Stafffel produziert worden, dieses ist die erste Folge der dritten Staffel. Da man den Hauptdarstellern eine Woche mehr Urlaub direkt am Anfang zugestehen wollte (ansonsten verschwindet immer wieder mal eine Figur für eine Folge) und weil man die Möglichkeiten für ein Spin-Off (um eben diese Raumfahrer) austesten wollte, kam man auf diese Idee. Das Ganze leitet den übernächsten Mehrteiler ein, in dem die Daleks so richtig aufdrehen.
Auch The Myth Makers ist leider nicht erhalten, schade, da ich die Geschichte um den trojanischen Krieg sehr spannend finde. Außerdem wird es ab hier für den heutigen Zuschauer richtig unübersichtlich. Am Ende der Folge steigt Vicky aus und Katarina (eine trojanische Zofe) kommt dazu.
Wirsch wird es dann im folgenden Zwölfteiler (!), einer der längsten Geschichte der Serie (wenn man die „Trial oft he Time-Lord Staffel als vier Mehrteiler und die sechste neue Staffel als Einzelfolgen zählt, das längste überhaupt). Die Dalkes wollen das Universum und die Zeit beherrschen und haben dafür eine Bombe. Der Doktor, Steven und Katarina müssen das verhindern, dabei geht es wild durch Weltall und Zeit. Ziemlich schnell stirbt Katarina (man hatte festgestellt, dass ein derart antiker Charakter zu viel Exposition in jeder Folge verlangen würde, und Sara kommt dazu. Die stirbt aber auch schnell den Heldentod (wegen des Schockeffekts). Der Monk aus der zweiten Staffel taucht auch wieder auf. Es gibt zwei Folgen auf der ersten Lost in Time DVD, die fantastisch aussehen. Hier ist uns, glaube ich, was Großes durch die Lappen gegangen.
Es geht weiter mit einer historischen Geschichte, The Massacre , das ebenfalls nicht erhalten ist. Man stelle sich vielleicht am besten den Doctor im Film „Die Bartholomäusnacht“ vor. Als Companion baut man hier eine Zofe aus Frankreich ein, die man aber nicht mitnimmt, stattdessen stolpert man am Ende der Folge zufällig über Dodo, die genauso aussieht, aber aus unserer Gegenwart stammt.
The Ark ist zum Glück enthalten, gehört es doch zu meinen Lieblingsfolgen. Die Helden (zur Erinnerung: Doctor, Dodo, Steven) geraten auf ein Raumschiff der Menschheit der Zukunft. Diese sind auf dem Jahrhunderte dauernden Weg zu einem neuen Planeten. Eine von Dodo eingeschleppte Erkältung bedroht das Leben der Menschen, und kaum ist diese Gefahr beendet, springt die TARDIS ein paar Jahrhunderte in die Zukunft des Raumschiffs, um zu erkennen, dass die ehemalige Sklavenrasse ihrerseits die Menschheit versklavt hat. Gute, spannende Science Fiction!
Von The Celestial Toymaker gibt es eine Folge, die auch einen sehr guten Eindruck macht. Der Gegner wird von Michael Gough gespielt, dem Alfred in der Batmankinoreihe von 1989-1997.
The Gunfighters ist eine launige Science-Fiction-Wildwestgeschichte, die mit Zahnschmerzen des Doctors beginnt und nicht gehaltvoller wird. Sowas hat man und Daleks‘ Masterplan fehlt… *seufz*. Außerdem singt Steven. Wieder. Und wieder.
Allerdings steigt Steven dann am Ende der Folge „The Savages“ aus, die leider auch nicht erhalten ist. Good riddance. Er war okay, kommt aber nicht an Ian und Barbara ran.
Zum Abschluss der Staffel gibt es noch mal ein echtes (erhaltenes!) Highlight – The War Machines um einen Amok laufenden Computer, Tron und Terminator lassen grüßen. Großartig und spannend, Hartnell in einem der Abenteuer, die bald typisch werden sollten (aber nicht mehr mit ihm). Dies ist auch das letzte vollständig erhaltene Hartnellabenteuer. Dodo wird übrigens auf selten dämliche Art herausgeschrieben – sie wird angegriffen, ist geschockt, geht aufs Land und lässt dem Doktor sagen, sie käme nicht wieder. Top durchdacht… Dafür kommen aber Ben und Polly an Bord. Die beiden sind erstens sehr unterhaltsam (die beiden geben dem Doktor gerne auch mal Kontra) und zweitens beenden sie das chaotische Raus- und Reinwürfeln von Companions. Die beiden bleiben recht lange, und als sie gehen, bleibt dem Doctor in Jamie ein neuer Topcompanion.
Die Staffel ist nicht zu bewerten, da zu viele Folgen fehlen. Top sind aber The Ark und The War Machines. Bald wird es dann Zeit von meinem liebgewordenen grantigen Großvater William Hartnell Abschied zu nehmen…. *seufz*

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