Review

Staffel 7

Die siebte Staffel der Serie stellt quasi das dar, was man heute ein „Reboot“ nennt – wie bei New Who die erste, fünfte und jetzt elfte Staffel. Die Änderungen sind zahlreich. Ein neuer Doctor in Jon Pertwee. Eine neue Companion in Liz Shaw. Neue Randfiguren im Brigadier und seinen UNIT-Soldaten. Ein neues Gefährt in Bessie. Und eine komplett neue Ausrichtung. Der Doktor sitzt auf der Erde in einer Zeit (Mitte/ Ende der Siebziger, ein paar Jahre in der Zukunft vom Zuschauer aus gesehen) fest. Die Abenteuer sind plötzlich bunt.
Der neue Handlungsrahmen sorgt dafür, dass es sehr viele Außenaufnahmen gibt, was der Serie optisch verdammt gut tut. Nur leider erkennt man immer den Unterschied zwischen Studio und wirklicher Welt. Die Kostüme sind immer noch billig und schlecht, aber man kann sich an sie gewöhnen und die Geschichten genießen, wenn man will. Die Stories und Pertwees Doktor haben es verdient. Der neue Doktor ist arrogant, manieriert und oft herablassend, also ganz anders als der trottelige Troughton. Außerdem wirft er sich viel mehr in die Action, als das seine Vorgänger getan haben (er hat auch keinen männlichen Companion, der das für ihn tun könnte). Wie bisher steht die Serie mit den Stories, und da hat Pertwee viele Sahnestückchen abbekommen.
Es beginnt mit Spearhead from Space, in dem wir nicht nur erfahren, dass Time Lords zwei Herzen haben, sondern auch den Doktor beim Zusammensuchen seines Outfits, inklusive Umhang, erleben. Während er mit dem Schock der Regeneration zurechtkommen muss, greifen die Autons, lebende Schaufensterpuppen, zentral gesteuert, an. Genau diese Gegner haben damals auch die neue Serie eröffnet. Die toten Gesichter sind auch wirklich gruselig, der Planschön verschwörungshaft (zentrale menschliche Führer werden ausgetauscht), die Handlungsführung spannend. Am Ende wird mit Bessie das neue Gefährt eingeführt, da die TARDIS ja durch die Manipulation der anderen Time Lords lahmgelegtr wird. Auch taucht hier mit Liz Shaw ein blitzgescheiter Companion auf, die auch den Doctor ihre Frau stehen könnte. Böse Zungen sagen, deshalb wurde sie nach einer Staffel ausgetauscht…
Doctor Who and the Silurians (durch einen Fehler die einzige Folge, mit „Who“ im Titel)führt Charaktere ein, die sich ebenfalls bis in die Gegenwart gehalten haben und die (mal wieder) an Lovecraft erinnern. Uralte Echsenwesen, die einst die Erde beherrscht haben. Eine spannende Folge, an deren Ende deutlich wird, dass die Zusammenarbeit mit UNIT nicht ganz reibungslos verlaufen wird, auch wenn man zurecht von der UNIT-Familie spricht. Hier wird auch langsam der politische Kommentar deutlicher, der die Serie durchzieht.
Auch The Ambassadors of Death spielt ein wenig mit dieser Paranoia, indem die Menschen nicht wirklich die „Guten“ sind, im Gegenteil, und es eine Verschwörung gibt. Ansonsten ist die Folge gut, aber nicht überragend.
Das ist dann dafür Inferno, die erste Parallelweltgeschichte bei Doctor Who. Ein Experiment droht außer Kontrolle zu geraten, ist dies in einer parallelen Erde schon. Anders als Star Trek zeigt man uns hier kein „einfaches“ Spiegeluniversum, was die Unsicherheit im Bezug auf die handelnden Figuren natürlich erhöht. Eine spannende und sehr gute Folge – aber schon der Abschluss einer recht kurzen Staffel, die dem Konzept neues Leben einhaucht und durchgängig unterhält. Der Übergang in die 70er ist geschafft!
Sechs von zehn sonic Screwdrivern

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