Jon Pertwee war der Rolle müde geworden und hatte klar gesagt, dass seine fünfte Staffel auch die letzte sein würde. Katryn Manning war schon zum Ende der zehnten Staffel ausgestiegen. Also würde man diese Staffel einen neuen Companion einführen und die Ära von Pertwee beenden müssen - und beides gelingt großartig. Diese Staffel ist die beste bisher.
Sie beginnt mit The Time Warrior, in der die Sontarans eingeführt werden (lustigerweise kann Lynx Männer und Frauen unterscheiden…). Vor allem aber kommt hier Sarah Jane Smith dazu, die den Doktor vier Jahre begleiten und später, zu Zeiten der neuen Serie, eine hervorragende Ablegerserie bekommen sollte, bis Elizabeth Sladen leider recht überraschend starb. Warum Sarah Jane so beliebt ist, zeigt sich schon im ersten Abenteuer. Sie gerär in das Abenteuer, weil sie, Jungreporterin, sich als ihre Tante, Wissenschaftlerin, ausgibt. Sie ist zielstrebig, forsch und schlagfertig, was wunderbar mit Pertwee harmoniert, Anders als die meisten Companions übernimmt sie oft die Initiative. Hier verschlägt es sie ins Mittelalter, zur Zeit der Kreuzzüge in England. Ein notgelandeter Sontarianer entführt Wissenschaftler aus der Zukunft, um sein Raumschiff zu reparieren. Eine spannende und lustige Folge, nach der ich Sarah Jane sofort ins Herz geschlossen hatte. Gaststarhöhepunkt ist Jeremy Bulloch, der ein paar Jahre später unter Maske in einem kleinen Science Fiction Film namens " Das Imperium schlägt zurück" die Rolle des Boba Fett spielen sollte - und noch ein paar Jahre später den Edward of Wickham in meiner Lieblingsserie, Robin of Sherwood.
Danach kommt Invasion oft he Dinosaurs, eine extrem spannende und gut geschriebene Folge um ein groß angelegtes Komplott (in das sogar jemand von unserer UNIT-Familie involviert ist!) und Amok laufende Dinos. Leider sind die der große Schwachpunkt der Folge. Ja, alle Spezialeffekte sind ziemlich… albern und naiv. Die Dinos aber sind eine totale Katastrophe und erfordern verdammt viel Suspension of Disbelief. Kommt man darüber hinweg, bekommt man eine der spannendsten Gegenwartsfolgen überhaupt.
Und mit Death to the Daleks geht es stark weiter und man bekommt die stärkste Dalekfolge seit The Dalek Invasion of Earth. Die Dalek und der Doktor müssen auf einem Planeten, auf dem Technik nicht funktioniert, zusammen arbeiten. Die Daleks haben natürlich eigene Pläne, dazu kommen die Bewohner des Planeten und eine uralte Stadt. Um das Ganze abzurunden, darf eine Nebenfigur noch zum Verräter werden. Ein spannende Folge.
In The Monster of Peladon kehrt der Doktor (aus Spargründen – die Sets waren teuer!) noch mal an einen alten Schaffensort zurück. Am Anfang dachte ich, dass das der Stinker der Staffel wird, aber die Geschichte um streikende Arbeiter, Frauenrechte und Imperialismus funktioniert wunderbar und macht großen Spaß.
Und dann kommt auch schon Pertwees Schwanengesang, Planet oft he Spiders. Hier darf er noch mal Fahrzeuge fahren, rumväterlichen und ganz allgemein voll aufdrehen, in einer spannenden und gruseligen Geschichte um einen uralten Kristall, einen uralten Gegner, seine größte Angst und einen Planeten, auf dem ausgerechnet Spinnen das Sagen haben. Gruselig, wenn auch mit ein paar Schwächen in den Spinnenweltszenen und mit einem schönen Ende für den dritten Doktor.
Insgesamt eine ausnehmend starke Staffel, mit der Pertwee sich hier verabschiedet und ein schweres Erbe für den nächsten Doktor.
Acht von zehn sonic Screwdrivern