Review

Staffel 17

Die siebzehnte Staffel der Serie wartet hinter den Kulissen mit einem ganz besonderen Gaststar auf –Douglas Adams übernahm für diese Staffel die Übersicht über die Drehbücher, bis er am Ende des Jahres wegen des großen Erfolges seines „Per Anhalter durch die Galaxis“ und wegen Frusts (die BBC schaffte es nicht, junge Talente zu fördern) das Handtuch warf. Das führt dazu, dass die Staffel Highlights aber auch ein paar Ausfälle hat.
Es fängt mit Destiny oft he Daleks zumindest mal vielversprechend an, als der Doctor und Romana nach Skaro zurückkehren und Davros wieder auftauch. Romana sieht übrigens ab jetzt anders auch. Mary Tamm hatte nach einem Jahr keine Lust mehr, also engagierte man Lalla Ward, die im letzten Abenteuer davor eine Gastrolle gespielt hatte. Tom Baker war übrigens hocherfreut – nach seinem Ausstieg aus der Serie heirateten die beiden (die Ehe hielt allerdings nicht lange. Gossip Ende). Im Gegensatz zur bodenständigen Romana I hat Wards Charakter ständig etwas Entrücktes, harmoniert aber wunderbar mit dem clownesken Doctor. Hier kommt das noch nicht wirklich zu tragen, das Abenteuer ist guter Durchschnitt um zwei Roboterrassen im Krieg, die das ,enschliche Element suchen, um einen Vorteil zu bekommen.
Die Baker-Ära hat einige Ausfälle, aber wenn er gut ist, ist er verdammt gut. Und genau das passiert in City of Death, einer komplexen, spannenden und verdammt lustigen Geschichte, die mit mehreren Zeitebenen jongliert und in der Baker, Ward und Adams 8er schrieb das Script) glänzen dürfen. Eine fast perfekte Geschichte, in der mehrere Mona Lisas auftauchen und am Ende der Beginn des Lebens auf der Erde gezeigt wird. Dann hat sogar John Cleese einen Cameoauftritt, um die Geschichte abzurunden. Allein dafür verzeiht man der Staffel fast alle Schwächen.
The Creature from the Pit ist dann wieder Standardkost und eher durchschnittlich – mit einer Ausnahme. Als Gaststar hat man Geoffrey Baldon dabei, bekannt als Catweazle vonRrichard Carpenter. Er spielt eine Wissenschaftler, der ähnlich herrlich schrullig ist wie besagter Zauberer. Das Ende erinnert dann an „Horta rettet ihre Kinder“ (genial dämlicher Titel, der die Schlusswendung vorwegnimmt….) aus der originalen Star Trek Serie.
Danach fällt die Staffel eider komplett auf die Nase. The Nightmare of Eden hat eine gute Prämisse, kommt aber nie wirklich in die Gänge. Eine Art Poseidon Inferno meets Drogenschmuggel in Space Geschichte mit ein paar guten Szenen, die aber nicht wirklich zu etwas zusammenfinden.
Endgültig am Ende ist die Staffel dann mit The Horns of Nimon, einer todlangweiligen Minotaurusvariante, in der irgendwie nichts Vernünftiges passieren will. Hier gibt es wenig zu sehen, das irgendwie von Interesse wäre.
Grund dafür, dass die beiden letzten Geschichten ertwas lieblos hingeklatscht wurden war die Konzentration auf das große Staffelfinale Shada, in dem man richtig auffahren würde. Gallifrey, Zeitreise, Action – alles drin. Dafür brauchte man Budget, das also vorher eingespart werden musste. Dummerweise kam es zu einem Streik, so dass nur etwa 90 der 150 Minuten Material gedreht wurden. Die sind zugänglich und zeigen eine spannende Geschichte, die der Staffel noch ein Highlight beschieden hätte, aber es sollte nicht sein.
So bleibt eine schwache Staffel mit einem High- und zwei Lowlights sowie Geoffrey Baldon. Das reicht nicht, um das verstaubte Gefühl insgesamt loszuwerden. Die Serie brauchte dringend eine Frischzellenkur und einen neuen Doktor. Ersteres wurde eingeleitet, da das Produktionsteam wechseln würde (John Nathan Turner übernahm die Projektion bis zum Ende der klassischen Serie), Baker hängte leider noch ein Jahr dran…
Wegen der individuellen Stärke von City of Death etwas besser als Key to Time, aber trotzdem nur
Vier von zehn sonic Screwdrivern.

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